Donnerstag, 16. April 2026

Warum mit dem Alter das Brustkrebsrisiko steigt

Veränderungen im Gewebe und im Immunsystem fördern im Alter Brustkrebs (Foto: pixabay.com)


Eine von sieben Frauen wird im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkranken. Achtzig Prozent von ihnen erkranken nach dem 50. Lebensjahr. Aber warum ist gerade diese Altersgruppe so gefährdet?

 

Neue Forschungsergebnisse der Universität Cambridge zeigen, wie sich das Brustgewebe von Frauen im Alter verändert. Die größten Veränderungen scheinen in den Wechseljahren stattzufinden und könnten erklären, warum Brustkrebs in dieser Zeit häufiger auftritt.

Häufigste Krebsart bei Frauen

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, insbesondere nach dem 50. Lebensjahr. Weltweit werden jedes Jahr mehr als zwei Millionen Frauen mit der Diagnose konfrontiert. Dennoch ist immer noch nicht ganz klar, warum und wann Brustkrebs entsteht.

"Wenn sich Zellen teilen, treten manchmal kleine Veränderungen in der DNA auf, die als Mutationen bezeichnet werden und zu Krebs führen können", erklärt Pulkit Gupta vom Cancer Research UK Cambridge Institute. "Aber die Frage ist: Warum kann unser Körper diese mutierten Zellen in jungen Jahren noch beseitigen, während dies im späteren Leben immer schwieriger wird?"

Brustgewebe genau untersucht

Um diese Frage zu beantworten, untersuchte das Team Brustgewebe von mehr als 500 Frauen im Alter zwischen 15 und 86 Jahren. Mithilfe fortschrittlicher Bildgebungsverfahren untersuchten die Forscher die Struktur und Zusammensetzung des Gewebes im Detail.

Indem sie diese Bilder mit Informationen über Hormonrezeptoren und Immunzellen kombinierten, konnten sie genau verfolgen, wie sich das Brustgewebe im Laufe der Zeit verändert.

"Unsere Aufzeichnung zeigt, dass sich das Brustgewebe im Alter stark verändert, wobei die tiefgreifendsten Veränderungen in den Wechseljahren auftreten", sagt Gupta. "Auch in den 20er Jahren treten Veränderungen auf, die möglicherweise mit Schwangerschaft und Geburt zusammenhängen, aber sie sind viel weniger ausgeprägt."

Veränderung im Laufe der Jahre

Die Aufzeichnungen zeigen deutliche Veränderungen sowohl in der Struktur des Brustgewebes als auch im Immunsystem. So nimmt beispielsweise die Zahl der Zellen im Gewebe ab und sie teilen sich weniger häufig. Strukturen, die Milch produzieren, schrumpfen oder verschwinden, während sich die Stützschichten um die Milchgänge verdicken. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Fettzellen zu und die Zahl der Blutgefäße ab.

Auch das Immunsystem verändert sich. Junges Brustgewebe enthält mehr aktive Immunzellen, die Krebszellen erkennen und beseitigen können. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Fähigkeit ab, wodurch ein weniger schützendes Umfeld entsteht, das sogar mehr Entzündungen verursachen kann.

Warum diese Veränderung in den Immunzellen stattfindet, ist den Wissenschaftlern zufolge noch nicht ganz klar. Möglicherweise spielt das Stillen eine Rolle, da bestimmte Antikörper über spezifische Immunzellen produziert werden.

Wachstum von Krebszellen durch weniger Kontrolle

Darüber hinaus arbeiten die Zellen nicht mehr so gut zusammen. Wichtige Zellen liegen weiter voneinander entfernt, was es den entstehenden Krebszellen erleichtert, sich der Kontrolle zu entziehen.

Die Forschenden betonen in ihrem Artikel in „Nature Aging“, dass es sich nicht um eine einzige Veränderung handelt, sondern um eine Summe subtiler Verschiebungen im Gewebe und in den Abwehrkräften, die das Brustgewebe im Alter anfälliger machen. Diese Anhäufung schafft ein Umfeld, in dem Krebszellen im höheren Alter leichter entstehen und sich ausbreiten können.

 

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