Dienstag, 9. Juli 2013


Enddarmkrebs kann schonender behandelt werden
(von Unknown Illustrator [Public domain], via Wikimedia Commons)

Eine neue schonendere Therapie bei Enddarmkrebs könnte in absehbarer Zeit möglich sein und Patienten vor zusätzlichen Beschwerden bewahren.


Aktuelle Forschungen zeigen, dass eine Organ erhaltende Therapie für ernste Formen von Enddarmkrebs in Aussicht ist. Das Risiko für bleibende Beschwerden, zum Beispiel durch ein Stoma, ist dann erheblich geringer.
Die Wissenschaftler Monique Maas und Doenja Lambregts promovierten am Maastricht UMC+ über die entwickelte Behandlungsmethode. Jährlich wird in den Niederlanden etwa 7.500 Mal die Diagnose Enddarmkrebs gestellt. Oft ist eine radikale Bauchoperation notwendig, um den Tumor zu entfernen. Mit dem Risiko für bleibende Beschwerden wie zum Beispiel ein dauerhaftes Stoma. Bei einigen größeren Tumoren wird vor der Operation zuerst eine Bestrahlung durchgeführt, manchmal kombiniert mit einer Chemotherapie. Bei einem Teil der Patienten scheint der Tumor nach dieser Therapie völlig verschwunden zu sein und eine Operation ist dann eigentlich nicht mehr nötig, aber bis heute war es äußerst schwierig, das mit Sicherheit festzustellen. Die Studie aus Maastricht wird das nun ändern.

Wahlmöglichkeit für Patienten

»Nach einer Bestrahlung und eventueller Chemotherapie wird der Patient detailliert untersucht mittels Endoskopie und moderner bildgebender Verfahren. Mit dem sogenannten Diffusions-MRI kann nämlich besser bestimmt werden, ob ein Tumor komplett verschwunden ist oder nicht«, erklärt Radiologin Regina Beets-Tan. Ergeben diese Untersuchungen, dass die Chance groß ist, dass der Tumor nicht mehr vorhanden ist, kann der Patient die weitere Vorgehensweise wählen. Er kann sich zur Sicherheit noch operieren lassen, aber er kann auch abwarten, die sogenannte »Wait and See«-Methode.

In Maastricht kann eine Gruppe Patienten an einer Studie unter der Leitung von Chirurg Gerard Beets teilnehmen und diese Behandlungsmöglichkeit testen. Selbstverständlich werden regelmäßige Kontrollen durchgeführt, um ein eventuelles Nachwachsen des Tumors schnell aufzuspüren und zu behandeln. Die Wahl zwischen den beiden Behandlungsoptionen bleibt, natürlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt, dem Patienten selbst überlassen, das sogenannte »shared decision making«.

Ergebnisse vielversprechend

Die Ergebnisse der Forschungen in Maastricht beweisen, dass die »Wait and See«-Methode, also das Abwarten nach Bestrahlung und Chemotherapie, erfolgreich ist. Patienten, die auf eine Operation verzichteten, hatten viel weniger Komplikationen und eine deutlich bessere Lebensqualität. So war nur selten ein Dauerstoma nötig und nur in einem Fall kam der Tumor zurück. Darüber hinaus erfahren die Patienten die »shared decision making«, also die selbstbestimmte Behandlung, als besonders angenehm. »Ich bekam in einem anderen Krankenhaus nur zu hören, was der Arzt für richtig hielt, aber das ist doch Unsinn, schließlich ist es mein Körper«, lautet das Urteil eines Patienten, der an der Studie teilgenommen hat.


Quelle: Maastricht UMC+

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