Samstag, 31. Oktober 2026

Postbiotikum beeinflusst Stress und Anspannung

Postbiotikum beeinflusst über den Darm Stress und Anspannung (Foto: pixabay.com)


Eine kleine japanische Studie deutet darauf hin, dass eine Einzeldosis des hitzebehandelten Postbiotikums Lactobacillus gasseri CP2305 kurzfristig Entspannung fördert und Stress, Anspannung und Angst mindert. Die Ergebnisse sind vorläufig; größere und längerfristige Studien sind nötig, um die Wirkung und mögliche Mechanismen zu bestätigen.

 

Eine kürzlich in „Frontiers in Nutrition“ veröffentlichte japanische Studie zeigt, dass ein Postbiotikum die Gehirnaktivität und die Stressreaktion beeinflussen kann. Eine einmalige Dosis von hitzebehandeltem Lactobacillus gasseri CP2305 erhöht die Aktivität von Gehirnwellen, die mit Entspannung in Verbindung stehen, und verringert den empfundenen Stress. Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Lactobacillus gasseri CP2305 beeinflusst Stress, Anspannung und Angst

Ein Postbiotikum enthält nicht-lebende Mikroorganismen oder Bestandteile davon, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben. Forschende führten eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie mit 28 gesunden japanischen Erwachsenen im Alter von 20 bis 44 Jahren durch. Die Teilnehmer, 14 Männer und 14 Frauen, waren im Durchschnitt 34,6 Jahre alt. Jeder erhielt während zweier separater Testsitzungen eine Einzeldosis von 10 Milliarden hitzebehandelten L. gasseri CP2305-Zellen oder ein Placebo, wobei zwischen den beiden Sitzungen mindestens drei Tage lagen.

Während beider Sitzungen führten die Teilnehmer Rechenaufgaben und Aufmerksamkeitstests durch. Die Wissenschaftler maßen die Gehirnaktivität mittels EEG, erfassten die Herzfrequenzvariabilität (HRV) und bewerteten Stress und Stimmung anhand von Fragebögen. Darüber hinaus untersuchten sie in Zellkulturen die Wirkung des Postbiotikums auf die Serotoninausschüttung.

Nach der Einnahme mehr Anzeichen von Entspannung

Innerhalb einer Stunde nach der Einnahme stieg die Aktivität der Alpha-Wellen in verschiedenen Hirnregionen deutlich stärker an als nach der Einnahme eines Placebos. Diese Hirnwellen stehen im Zusammenhang mit Entspannung. Auch die Aktivität des beruhigenden Teils des Nervensystems nahm deutlich zu, wie Messungen der Herzfrequenzvariabilität zeigten. Die Teilnehmer berichteten von weniger psychischem Stress, Anspannung und Angst. Andere Aspekte der Stimmung unterschieden sich nicht wesentlich.

In Zellkulturen regte das Postbiotikum zudem die Ausschüttung von Serotonin an. Den Forschenden zufolge könnte dies möglicherweise zur Kommunikation zwischen Darm und Gehirn beitragen, unter anderem über den Vagusnerv. Die Studie belegt diesen Mechanismus beim Menschen jedoch nicht direkt.

Weitere Forschungen nötig

Die Ergebnisse deuten auf eine möglicherweise positive Wirkung dieses Postbiotikums auf die akute Stressreaktion hin. Die kleine Untersuchungsgruppe, die kurze Beobachtungsdauer und die ausschließlich gesunden, relativ jungen Teilnehmer schränken die Übertragbarkeit ein.

 

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