Dienstag, 21. Oktober 2014


Asthma ist auch ein Risikofaktor für Schlafapnoe
(Foto: absolutimages - fotolia.com)

Asthma ist ein möglicher neuer Risikofaktor für Schlafapnoe. Besonders gefährdet sind Asthmatiker, die bereits als Kind Asthma entwickelt haben.

Schlafapnoe geht einher mit ständigen Atemstillständen und meistens starkem Schnarchen während des Schlafens. Die Betroffenen sind deshalb am Tage völlig übermüdet, nicht leistungsfähig und leiden oft unter Sekundenschlaf. Schlafapnoe gilt - wenn es nicht behandelt wird - als Risikofaktor für unter anderem Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Depressionen und Übergewicht. Forscher der Universität von Wisconsin haben Asthma als neuen Risikofaktor für Schlafapnoe entdeckt. Anhand von Daten aus einer großangelegten nationalen Kohorten-Studie mit 1.500 Teilnehmern, die seit 1988 untersucht wurden, stellten die Wissenschaftler fest, dass Patienten mit Asthma ein um 1, 7-fach erhöhtes Risiko haben an Schlafapnoe zu erkranken.

Kausaler Zusammenhang Asthma und Schlafapnoe
»Dies ist die erste Langzeit-Studie, die eine kausale Beziehung zwischen Asthma und Schlafapnoe andeutet«, sagt Professorin Mihaela Teodorescu von der Universität Wisconsin. »Querschnittsstudien haben gezeigt, dass das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) verbreiteter bei Asthmatikern ist, aber diese Studien waren nicht dafür ausgelegt, die kausale Beziehung nachzuweisen.«
Die Beziehung zwischen Asthma und Schlafapnoe war umso stärker bei denen, die bereits als Kind Asthma entwickelt hatten. Diejenigen, die seit ihrer Kindheit Asthmatiker waren, hatten ein 2,34-fach erhöhtes Risiko für Schlafapnoe.

Dauer der Asthma-Erkrankung beeinflusst Schlafapnoe-Risiko
Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Dauer der Asthma-Erkrankung das Risiko für Schlafapnoe beeinflusst. Das Risiko für Schlafapnoe steigt bei Asthma alle fünf Jahre um 10 Prozent an. Bekannte Faktoren, die Schlafapnoe fördern, einschließlich Geschlecht, Body-Mass-Index, Rauchen, Alkoholkonsum und eine verstopfte Nase, wurden bei der Studie berücksichtigt. Die Studie kalkulierte außerdem Änderungen des Body-Mass-Index und neue Asthmafälle mit ein. Während der achtjährigen Studienzeit entwickelten 45 Teilnehmer Asthma und sie hatten ein 48 Prozent höheres Risiko, auch Schlafapnoe zu bekommen. Die Fallzahlen waren allerdings zu gering, um eine statistische Bedeutung darzustellen.

Ärzte sollten bei Asthma auch an Schlafapnoe denken
»48 Prozent repräsentieren einen großen Unterschied«, sagt Dr. Paul Peppard, Professor für Bevölkerungsgesundheit und Hauptautor der Studie. »Das ist ein Ergebnis, das nach einer Folgestudie schreit. Sollten sich die Ergebnisse bei einer größeren Studie mit mehr Asthma-Fällen bestätigen lassen, hätte das Forschungsergebnis eine viel größere klinische Relevanz. Momentan macht es für Mediziner Sinn, auch die asthmatische Vorgeschichte zu betrachten, genauso wie die traditionellen Faktoren für Schlafapnoe, bevor sie Patienten ins Schlaflabor überweisen.«

Weitere Studien nötig
Auch wenn die Studie deutliche Hinweise für einen kausalen Zusammenhang zwischen Asthma und Schlafapnoe gibt, sei es noch zu früh für definitive Rückschlüsse, meinen die Forscher. Mindestens weitere vier Jahre Forschungszeit sind geplant und das Forschungsteam hofft auch auf andere Kollegen, die sich mit dem Thema befassen, um die bisherigen Ergebnisse zu untermauern. Auch Studien unter Einbeziehung von Säuglingen und Kindern halten die Forscher für wichtig, um ein objektiveres Bild über die Zusammenhänge zu erhalten.

Quelle: Mihaela Teodorescu, Jodie Barnet, Terry Young, Paul Peppard, Laurel Finn, Erika Hagen, and Tricia Denman A110. LATE BREAKING ABSTRACTS IN OBSTRUCTIVE LUNG DISEASES. May 1, 2013, A6015-A6015: AsthmaPredicts 8 Year Incidence Of Obstructive Sleep Apnea In The WisconsinSleep Cohort.

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