Samstag, 2. Mai 2015


Grüne Blattgemüse steigern die Gehirnleistung
(Foto: EvolvingScenes - pixabay.com)

Wer etwas für seine Gehirnleistung tun will, sollte täglich eine Portion grünes Blattgemüse essen. Das enthaltene Vitamin K soll den geistigen Verfall bremsen.


»Der Verlust des Gedächtnisses oder der geistigen Fähigkeiten ist einer der größten Ängste, wenn man älter wird«, sagt Martha Clare Morris vom Rush University Medical Center und Leiterin des Forschungsteams. »Weil abnehmende kognitive Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen bei Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz, könnte ein erhöhter Konsum von grünem Blattgemüse eine einfache, preiswerte und angenehme Methode sein, um das Gehirn vor Alzheimer und Demenz zu schützen.«

Einmal täglich grünes Blattgemüse
Für die Studie untersuchte das Forschungsteam 954 Senioren mit einem Durchschnittsalter von 81 Jahren über einen Zeitraum von fünf Jahren. Daraus ergab sich, dass diejenigen, die täglich ein oder zwei Portionen Spinat oder Kohl aßen, geistig weniger schnell abbauten als Menschen, die gar keine Blattgemüse aßen. Ihre geistige Leistungsfähigkeit entsprach der von Personen, die elf Jahre jünger waren. Auch nach einer Korrektur von Faktoren wie Geschlecht, Alter, Ausbildung, Rauchen, Bewegung und das Risiko für Alzheimer (zum Beispiel aufgrund der Familiengeschichte) blieb die Wirkung gleich.

Vitamin K könnte verantwortlich sein
Als die Wissenschaftler einzelne Nährstoffe untersuchten, die das Abbremsen des geistigen Verfalls verlangsamen sollen, stellten sie fest, dass Vitamin K, Lutein, Folsäure und Betacarotin das Gehirn wahrscheinlich am längsten gesund halten. »Unsere Studie indentifizierte einige ganz neue Verbindungen«, erklärt Morris. »Keine anderen Studien haben Vitamin K in Relation zur Veränderung der geistigen Fähigkeiten untersucht und nur eine begrenzte Anzahl an Studien fand einen gewissen Zusammenhang mit Lutein.« Andere Studien verbinden die Aufnahme von Folsäure und Betacarotin mit einem verlangsamten geistigen Abbau.

Einzelne Nährstoffe schwierig zu bewerten
Laut Studienleiterin Martha Clare Morris ist Vitamin K einer der wichtigsten Nährstoffe in diesem Gemüse, die für diesen Effekt sorgen. Allerdings ist es konkret nicht möglich, um anhand von Nahrungsmitteln zu bestimmen, ob Vitamin K tatsächlich für den Gesamtzusammenhang verantwortlich ist. »Man kann die Wirkung von Vitamin K in Nahrungsmitteln nur schwer losgelöst betrachten von anderen positiven Nährstoffen wie Lutein, Folsäure und Betacarotin.«

Kausalzusammenhang noch nicht erwiesen
Morris präsentierte die Ergebnisse der Studie während der jährlichen Zusammenkunft der »American Society of Nutrition« in Boston. Es handelt sich um erste Ergebnisse der Studie und die Forscher konnten noch keinen Kausalzusammenhang nachweisen. Es kann daher nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass die Blattgemüse für ein »besseres« Gehirn verantwortlich sind.

Nahrungsmittel beeinflussen Gefäße
Dennoch reagieren auch andere Wissenschaftler enthusiastisch auf die Ergebnisse. Laut Yvette Sheline, Professorin für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Pennsylvania, sind die Studienergebnisse interessant und in gewisser Weise überraschend. »Es ist logisch, dass grüne Blattgemüse eine Wirkung auf die geistige Gesundheit haben. Im Allgemeinen kann sowohl das, was man isst, als auch das, was man nicht isst, das Risiko für Bluthochdruck und Gefäßkrankheiten beeinflussen. Und diese Erkrankungen können wiederum den Verlauf einer Demenz verschlimmern. Aber wie grüne Blattgemüse das Risiko für Demenz verändern, ist immer noch ein Mysterium.«

Alternative: buntes Gemüse und Obst
Obwohl Folgestudien also notwendig sind, ist es in keinem Fall schlecht, um regelmäßig grüne Blattgemüse zu essen. Sind Sie nicht unbedingt ein Fan von Spinat und Kohl? Auch in vielen anderen bunten Obst- und Gemüsesorten finden sich laut den Wissenschaftlern die untersuchten gesunden Nährstoffe.

Quelle: Eating Green Leafy Vegetables Keeps Mental Abilities Sharp. Study identifies nutrients in leafy greens that slow cognitive decline in older adults. Federationof American Societies for Experimental Biology (FASEB), March 2015.

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