Sonntag, 5. Januar 2020


Aphthen treten häufig schon bei Kindern auf. Sie sind meist harmlos, aber unangenehm und schmerzhaft. Woher kommen sie und was kann man tun?

Aphthen sind schmerzhafte, oberflächliche, runde bis ovale Geschwüre im Mund, die mit einem gräulich-weißen Belag bedeckt und von einem roten Rand umgeben sind. Die Bezeichnung „Aphthen“ stammt vom griechischen Wort „aphtha“ ab, was Entzündung bedeutet.
Aphthen: ein häufiges Leiden
Aphthen treten vor allem an der Unterseite der Zunge, am Mundboden, an der Wangenschleimhaut und an der Innenseite der Lippe, aber manchmal auch im Rachen auf. Sie können das Essen und Sprechen erschweren. Aphthen zeigen sich bereits im Kindesalter oder in der Pubertät und neigen dazu, immer wieder aufzutreten.
Sie sind sehr häufig: Etwa 20 Prozent der Bevölkerung leidet hin und wieder unter Aphthen. Bei häufig wiederkehrenden Aphthen spricht man von rezidivierenden oralen Geschwüren. Die Behandlung von Aphthen verläuft generell mühsam.
Arten von Aphthen
Es gibt drei Arten von Aphthen:

1. Kleine Aphthen sind am häufigsten, bei ungefähr 90 Prozent aller betroffenen Patienten. Die Geschwüre sind kleiner als ein Zentimeter, mäßig schmerzhaft und heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen spontan und ohne Narbenbildung ab. Diese Aphthen kehren häufig immer wieder zurück. Die meisten Patienten erleben das Auftreten zwei- bis viermal pro Jahr. Im Allgemeinen nimmt die Häufigkeit im Laufe der Jahre ab.

2. Große Aphthen gehören zu einer schwereren Form. Ungefähr zehn Prozent aller Patienten leidet daran. Große Aphthen sehen genauso aus wie die kleine Variante, aber sie sind größer als ein Zentimeter und gehen tiefer. Sie heilen langsam über einen Zeitraum von zehn bis dreißig Tagen und hinterlassen Narben. Diese Geschwüre können ausgeprägte Beschwerden mit starken Schmerzen, Fieber, geschwollenen Lymphknoten und allgemeinem Krankheitsgefühl verursachen.
Große Aphthen sind manchmal Ausdruck einer anderen Grunderkrankung. Dazu gehören der sogenannte Morbus Behçet (rheumatische Erkrankung mit Schädigung der Blutgefäße), Blutkrankheiten aufgrund van Eisen-, Vitamin-B-12- oder Folsäuremangel und Darmerkrankungen wie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Menschen mit HIV/AIDS können Geschwüre im Mund entwickeln, die Aphthen ähneln.

3. Herpetiforme Aphthen. Sie sind sehr klein und haben nur etwa die Größe eines Stecknadelkopfes. Die Anzahl variiert zwischen fünf bis zu einhundert Geschwüren. Oftmals bilden sie zusammen eine große, unregelmäßig geformte Aphthe. In ungefähr fünf bis zehn Prozent der Fälle handelt es sich um herpetiforme Aphthen. Diese Art von Aphthen wird oft durch den Coxsackie-Virus oder eine Herpesinfektion verursacht.
Ursachen von Aphthen
Bei der Entstehung von Aphthen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Nur in zehn Prozent der Fälle kann eine Ursache gefunden werden, die sich beheben lässt. In allen anderen Fällen kann die Erkrankung zwar behandelt, aber nicht dauerhaft geheilt werden.

Folgende Faktoren beeinflussen die Entstehung von Aphthen:
  • Eine Infektion mit einem Virus oder Bakterium;
  • Ein geschwächtes Immunsystem;
  • Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsbestandteile;
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel;
  • Verletzungen der Mundschleimhaut durch Zähneputzen, Anwendung von Zahnseide, Kaugummi, scharfe harte Stückchen in der Nahrung, ein schlecht sitzendes Gebiss, Injektionen, Zahnbehandlungen oder scharfe Kanten an den Zähnen;
  • Stress;
  • Der Menstruationszyklus. Gelegentlich verschwinden Aphthen bei Frauen während der Einnahme der Pille oder während der Schwangerschaft;
  • Nahrungsmittelüberempfindlichkeit gegenüber Nüssen, Zitrusfrüchten (hauptsächlich Orangen), Schokolade, Kräutern und Gewürzen, Schalentieren und Muscheln, Schweinefleisch, Bananen, Ei, Milch, (altem) Käse, Weizen, Krebsfleisch, Feigen, Kiwi, Tomate, Kohlrabi, Kartoffeln;
  • Konservierungsmittel und AZO-Farbstoffe (E-Nummern, künstliche Farbstoffe);
  • Medikamente. Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, wie zum Beispiel krebshemmende Zytostatika, sind dafür bekannt, dass sie Aphten-ähnliche Geschwüre verursachen. Dasselbe gilt für Nicorandil (bei Angina pectoris) und wahrscheinlich auch für bestimmte Schmerzmittel und Betablocker (bei Bluthochdruck und Herzproblemen). Beachten Sie die Packungsbeilage des Medikaments, das Sie einnehmen.
Die Rolle von Nährstoffen
Eine Studie untersuchte die Menge an freien Radikalen, die zellschädigend wirken und die Menge der Vitamine A, C und E im Blut und Speichel von zwanzig Personen mit immer wieder auftretenden Aphthen. Das verglich man mit den Ergebnissen von 30 gesunden Personen.
Die Menge des Vitamins A, C und E sowohl im Speichel als auch im Blut von Probanden mit wiederkehrenden Aphthen war niedriger als bei gesunden Testpersonen. Die Menge an freien Radikalen war sowohl im Blut als auch im Speichel höher. Die Ergebnisse zeigen, dass die antioxidativen Fähigkeiten des Körpers bei Menschen mit häufig auftretenden Aphthen geringer sind.
Eine Meta-Analyse und eine Studie zeigten einen klaren Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und einer immer wieder auftretenden Mundfäule oder aphthösen Stomatitis, ausgelöst durch Herpesviren. Auch der Zinkspiegel scheint ein Hinweis für das Auftreten von Aphthen zu sein.
Eine Studie mit 60 Personen, die an einer leichten Form von Aphthen litten, zeigte, dass ein Gel aus Granatapfel den Heilungsprozess beschleunigte und die Schmerzen schneller linderte als bei einer Kontrollgruppe.
Lysin wirkt antiviral
Lysin wird für die Eiweißbildung benötigt und ist wichtig für Bildung von Enzymen, Hormonen und Antikörpern. Da Lysin eine antivirale Wirkung gegen das Herpes-Simplex-Virus hat, wird diese Aminosäure oft ergänzend zur Vorbeugung und Behandlung von Aphthen empfohlen. Es ist daher ratsam, die Aufnahme von Arginin (Nüsse, Samen, Beeren, Schokolade) zu begrenzen, da Arginin die Vermehrung von Viren fördert.
Die Wundheilung lässt sich auf natürliche Weise mit Extrakten aus Rhabarberwurzel, Myrrhentinktur, Melisse und Ratanhia unterstützen. Die Wurzel der Ratanhia, die aus Peru stammt, wird bei Entzündungen im Mundraum und bei Halsschmerzen empfohlen. Auch Spülungen mit Kamillen- oder Salbeitee lindern die Beschwerden und fördern die Genesung.
Was man selbst tun kann
Eine gute Mundhygiene, genügend Schlaf, frische biologische Nahrungsmittel (vor allem viel Obst und Gemüse) und möglichst wenig Stress tragen sicher dazu bei, das Aphthen weniger auftreten. Zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems und somit zur Vorbeugung von Aphthen, helfen Präparate mit Echinacea, Taigawurzel und Ginseng.

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