Donnerstag, 14. Oktober 2021

Ist Fleisch ungesund? Nur, wenn es verarbeitet ist



Fleisch ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr in Verruf geraten. Es soll der Gesundheit mehr schaden als nützen. Gesundheitsschäden wurden jetzt aber nur bei verarbeitetem Fleisch nachgewiesen.

Verarbeitetes Fleisch ist ungesund

„Es ist unwahrscheinlich, dass der Verzehr einer moderaten Menge unverarbeiteten Fleisches als Teil einer gesunden Ernährung schädlich ist“, so einer der Autoren einer Studie über den Zusammenhang zwischen Fleisch, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit. Auch bei weißem Fleisch wie Geflügel wurde kein Schaden festgestellt. Bei verarbeitetem Fleisch zeigte sich jedoch ein überdeutlicher Zusammenhang mit erhöhten Gesundheitsrisiken. Einer anderen Studie zufolge ist Demenz eines dieser Risiken.

Studie in 21 Ländern

Die erste Studie wurde in 21 Ländern mit niedrigen, mittleren und hohen Durchschnittseinkommen durchgeführt. Verwendet wurden Daten von 134.297 Personen einer Kohortenstudie aus der Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE)-Studie. Die Nahrungsaufnahme wurde anhand von Fragebögen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme ermittelt. Ziel war es, die Gesamtsterblichkeit und schwere Herz-Kreislauf-Schäden festzustellen.

150 Gramm verarbeitetes Fleisch pro Woche kann krank machen

Während einer Nachbeobachtungszeit von 9,5 Jahren gab es 7.789 Todesfälle und 6.976 Herz-Kreislauf-Ereignisse. Ein wöchentlicher Verzehr von 250 Gramm oder mehr unverarbeitetem rotem Fleisch stand in keinem signifikanten Zusammenhang mit diesen Ergebnissen. Auch bei Geflügel wurde kein Zusammenhang festgestellt. Der Verzehr von 150 Gramm oder mehr verarbeitetem Fleisch war jedoch mit einem um 46 Prozent höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem um 51 Prozent höheren Sterberisiko verbunden.

Unverarbeitetes rotes Fleisch kann Demenzrisiko senken

In der zweiten Studie, die auf Daten aus der britischen Biobank von 493.888 Personen beruht, wurden nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von acht Jahren 2.896 Fälle von Demenz unabhängig von der Ursache festgestellt, 1.006 Fälle von Alzheimer und 490 Fälle von vaskulärer Demenz, also Demenz aufgrund von Gefäßerkrankungen. Es wurde ein erhöhtes Demenzrisiko bei verarbeitetem Fleisch festgestellt, aber bemerkenswerterweise ein geringeres Risiko beim Verzehr von unverarbeitetem rotem Fleisch. Die gefundenen Zusammenhänge blieben auch nach der Kontrolle auf das Eiweiß Apoliproprotein E (ApoE), das das Demenzrisiko um den Faktor 3 bis 6 erhöht.

Unverarbeitetes Fleisch gehört zu einer vollwertigen Ernährung

Fleisch gehört also weiterhin zu einer gesunden Ernährung hinzu. Fleisch liefert vor allem wichtiges Vitamin B 12 für die Nervenfunktion und das ist nur aus Fleisch für den Körper direkt verwertbar. Ähnliches gilt für Eisen, das aus pflanzlichen Quellen nur schwer aufgenommen wird. Zink ist ebenfalls reichlich im Fleisch vorhanden und unterstützt ein gesundes Immunsystem. Viel Eiweiß ist gut für die Muskeln, macht lange satt und fördert ein normales Körpergewicht.

Vermeiden sollten Sie dagegen verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Speck, Schinken, konservierte Fleischsorten wie Corned Beef, aber auch fertige Hamburger.

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