Mittwoch, 6. Mai 2026

Diabetes-Medikament imitiert die Wirkung von Sport bei Prostatakrebs

Metformin imitiert die Wirkung von Bewegung bei Prostatakrebs (Foto: pixabay.com)


Metformin, ein bekanntes Diabetesmedikament, scheint eine wichtige biologische Wirkung von Bewegung zu imitieren. Dies kann besonders für Patienten wertvoll sein, die sich wegen ihrer Krebsbehandlung nicht mehr gut bewegen können.

 

Körperlich Bewegung ist eine der zuverlässigsten Methoden zur Unterstützung der Gesundheit während der Krebsbehandlung. Sie hilft bei der Regulierung von Gewicht, Blutzucker und Herz-Kreislauf-Gesundheit. Was aber, wenn Bewegung aufgrund der Behandlung einfach nicht möglich ist?

Genau diese Frage brachte US-Forscher zum Nachdenken. Sie fragten sich, ob die positiven biologischen Signale von Bewegung auch auf andere Weise aktiviert werden können. Ihre Studie deutet darauf hin, dass Metformin, ein häufig bei Diabetes eingesetztes Medikament, einige der positiven Auswirkungen von Bewegung nachahmen kann, selbst wenn die Patienten nicht aktiv sind.

Bewegungssignal ohne Bewegung

Die Studie konzentrierte sich auf Lac-Phe, eine Substanz, die nach intensiver körperlicher Anstrengung freigesetzt wird und eine Rolle bei der Energieregulierung und dem Appetit spielt. Ein höherer Lac-Phe-Spiegel wird mit weniger Hunger und einer besseren Gewichtskontrolle in Verbindung gebracht.

Interessanterweise wiesen Patienten, die Metformin einnahmen, auch ohne körperliche Betätigung erhöhte Werte dieses Moleküls auf. Die gemessenen Werte ähnelten sogar denen nach schwerer körperlicher Betätigung.

Wichtig für Patienten mit eingeschränkter Energie

Für viele Krebspatienten ist Bewegung leichter gesagt als getan. Müdigkeit, Schmerzen oder andere Nebenwirkungen machen es oft schwierig, aktiv zu bleiben, gerade wenn ein gesunder Stoffwechsel entscheidend ist.

Das Forschungsteam konzentrierte sich auf Prostatakrebs, bei dem die Behandlung mit Hormontherapien bekanntermaßen den Stoffwechsel stört. Dies führt häufig zu Gewichtszunahme, Insulinresistenz und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Medikament, das den Stoffwechsel ohne körperliche Anstrengung unterstützt, kann hier besonders wertvoll sein.

Keine Wirkung auf den Tumor, aber gut für den Patienten

Die Forschenden weisen auf einen wichtigen Unterschied hin: Das erhöhte Lac-Phe hatte keinen Einfluss auf den Tumor selbst. Es wurde kein Zusammenhang mit Veränderungen des PSA-Wertes, einem Standardmarker für Prostatakrebs, festgestellt.

Diese Unterscheidung ist für die Interpretation der Studie wichtig. Obwohl weitere Untersuchungen erforderlich sind, scheint Lac-Phe in erster Linie ein Indikator dafür zu sein, wie der Körper während der Behandlung mit Energie, Gewicht und Stoffwechselbelastung umgeht.

Nach Ansicht der Wissenschaftler ist dies mindestens ebenso wichtig. "Bei der Krebsbehandlung geht es nicht nur um die Bekämpfung von Tumoren", argumentieren sie. "Es geht auch darum, wie sich die Patienten fühlen und wie gut sie die Behandlung vertragen."

Größere Auswirkungen als angenommen

Interessanterweise scheint diese Wirkung nicht nur bei Metformin aufzutreten. Ein Anstieg von Lac-Phe wurde auch bei anderen Behandlungen, die den Stoffwechsel beeinflussen, beobachtet. Dies deutet darauf hin, dass das Molekül ein allgemeiner Indikator für die Stoffwechselaktivität im Körper sein könnte und nicht nur an ein bestimmtes Medikament gebunden ist.

Die Studie vermittelt ein klareres Bild davon, wie ein häufig verwendetes Diabetesmedikament den Stoffwechsel während der Prostatakrebsbehandlung beeinflussen kann. In Zukunft könnte dies zu Behandlungen führen, die Patienten helfen, ihren Stoffwechsel gesund zu halten, auch wenn sie körperlich eingeschränkt sind.

 

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