Montag, 13. Mai 2013


Grana Padano
(Foto: von Tamorlan (Eigenes Werk) [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons)

 Bluthochdruck (Hypertonie), auch der schleichende Killer genannt, ist eine der großen Volkskrankheiten. Neue Studien haben nun gezeigt, dass man Bluthochdruck auch ganz »genüsslich« senken kann - mit Parmesankäse.

Käse gegen Bluthochdruck

Auf dem europäischen Hochdruckkongress berichteten italienische Wissenschaftler, dass der tägliche Genuss von Grana Padano - ein halbfetter Extrahartkäse aus der Po-Ebene - den Blutdruck erheblich senkt. Dieser weltweit sehr beliebte Hartkäse hat eine körnige Struktur und wird in verschiedenen Reifungsstadien angeboten. Und der Reifungsgrad spielt für den blutdrucksenkenden Effekt eine wesentliche Rolle. Der mittelreife, neun bis zwölf Monate alte Grana Padano zeigte den stärksten Effekt. Er enthält in diesem Reifestadium bestimmte Tripeptide in besonders hoher Konzentration.

Diese Tripeptide entstehen durch den Fermentationsprozess mit Lactobacillus helveticus und haben einen ACE-hemmenden Effekt. ACE-Hemmer (Angiotensin-Convertierungs-Enzyme) weiten die Blutgefäße und senken dadurch den Blutdruck. In der Studie konnte durch den täglichen Verzehr von 30 Gramm Grana Padano bei Patienten mit mäßig erhöhtem Blutdruck innerhalb von acht Wochen eine Senkung um 8/7 mmHg erzielt werden. Laut den Aussagen des Studienautors Dr. Giuseppe Crippa aus Piacenza ist die Wirksamkeit vergleichbar mit gängigen Bluthochdruckmitteln und größer als bei einer salzreduzierten Kost. Kritiker merken an, dass besonders Parmesankäse viel Phosphat enthält. Eine Anhäufung von Phosphat im Körper kann zu Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Verdauungsproblemen mit Durchfall, gestörtem Knochenstoffwechsel und damit zu Osteoporose und sogar zu grauem Star (Katarakt) führen.

Bluthochdruck - ein weltweites Problem

Bluthochdruck ist der Risikofaktor Nr. 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Etwa 35 Millionen Deutsche leiden an zu hohem Blutdruck und etwa ein Viertel der Weltbevölkerung. Jeder Zweite von ihnen ist über 60 Jahre. Doch die Zahl der jüngeren Betroffenen nimmt zu. Bis zum Jahr 2025 wird mit einem Anstieg auf 29 Prozent weltweit gerechnet. In Deutschland weiß nur jeder Zweite von seiner Erkrankung und nur 40 Prozent derer, die es wissen, lassen sich behandeln. Und auch mit einer Behandlung erreichen nur 5 Prozent aller Bluthochdruck-Patienten gute Blutdruckwerte.

Ein großes Problem ist, dass Bluthochdruck in den meisten Fällen keine Beschwerden macht. Doch das Risiko auf Folgeerkrankungen ist hoch. Schlaganfall, Herz- und Gefäßkrankheiten, Nierenversagen, Glaukom und Gefäßschäden an den Augen sind häufige Folgen von Bluthochdruck.
In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle findet sich keine direkte Ursache. Ärzte sprechen dann von einem primären oder essenziellen Bluthochdruck. Genetische Ursachen spielen hier wahrscheinlich eine Rolle.

In etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle tritt eine sekundäre Hypertonie auf. Bluthochdruck entsteht dabei als Folge von Gesundheitsproblemen wie Nierenerkrankungen, hormonellen Störungen, angeborenen Gefäßverengungen oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente wie die Pille oder Rheumamittel.
Zu den häufigsten Ursachen für erhöhten Blutdruck gehört allerdings Übergewicht, hoher Salzkonsum, viel Stress im Alltag, regelmäßiger Alkoholkonsum sowie Bewegungsmangel.

Vorbeugen mit gesundem Essen

Ein zu hoher Blutdruck kann erwiesenermaßen durch einen gesunden Lebensstil gesenkt werden: gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein geeignetes Stressmanagement.
Schon Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) wusste aus zahlreichen eigenen Beobachtungen an Patienten, dass gesundes abwechslungsreiches Essen viel zu einer guten Gesundheit beiträgt. Er empfahl schon damals einfache Kost aus regionalen Lebensmitteln, schonend zubereitet, um ihre Inhaltsstoffe zu bewahren. Besonderen Wert legte er auf einen hohen pflanzlichen Anteil der Nahrung sowie die Verwendung von Vollkornprodukten.

Ergänzt werden sollte der Speiseplan durch Milchprodukte und heimisches Obst und Gemüse, dass möglichst ungekocht und ungeschält gegessen werden sollte. Vor allem das Weißkraut war bei Sebastian Kneipp beliebt, denn als Sauerkraut haltbar gemacht, konnte es das ganze Jahr hindurchgegessen werden. Bei Fleisch, Alkohol, Kaffee, Zucker und Salz riet Kneipp zur Sparsamkeit. Sebastian Kneipp hatte also schon zu seiner Zeit den Stellenwert einer gesunden Ernährung erkannt und viele seiner Empfehlungen gelten bis heute. Wie viele Gelehrten war der »Wasserdoktor« seiner Zeit weit voraus.
Weitere Informationen zum Sebastian-Kneipp-Tag und zum Welthypertonie-Tag am 17.05. auf den Internetseiten des Kneipp-Bundes und der Deutschen Hochdruckliga e.V.


Quelle: Crippa G, Bois M, Casi L, et al.: Dietary Integration with Grana Padano cheese effectively reduces blood pressure in hypertensive patients. J Hypertension 2012; 30 (e-Supplement A):e376.

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