Freitag, 4. Juli 2014


Satte 109,99 Euro kostet der "ungenügende" Quadro Pool klein, 145 x 85 cm. Damit ist er das teuerste Planschbecken im Test, was sich allerdings nicht an der Qualität bemerkbar macht. PAK's, Phthalate, phosphororganische Verbindungen - die Liste der darin enthaltenen Schadstoffe ist lang.
(Foto: ÖKO-TEST-Verlag GmbH)

Jedes Jahr aufs Neue stellen Verbraucherschutzorganisationen fest, dass Produkte für Kinder wie Planschbecken alles andere als gesundheitlich unbedenklich sind.


Der Sommer ist da, die Sonne scheint und die Temperaturen steigen: Ideales Badewetter für Erwachsene und Kinder. Und für das Badevergnügen der lieben Kleinen wird dann gerne mal ein Planschbecken aus Plastik angeschafft. Leider sind die Produkte aus weichem Kunststoff alles andere als kinderfreundlich. Die Kinderschwimmbecken stehen schon seit Jahren in der Kritik, denn immer wieder finden Untersuchungsbehörden und Verbraucherschutzorganisationen wie ÖKO-TEST darin wahre Cocktails an bedenklichen Chemikalien. Das hat sich auch in einer neuen ÖKO-TEST-Untersuchung nicht geändert. Die Hersteller haben sich die bisherigen Kritiken nicht zu Herzen genommen und die Mini-Pools strotzen noch immer vor Schadstoffen, wie man im ÖKO-TEST-Magazin Juli 2014 nachlesen kann.

13 Planschbecken »ungenügend«

Von insgesamt 16 getesteten Planschbecken erhielten 13 Modell das schlechteste Urteil »ungenügend«. Ein Mini-Pool ist »mangelhaft«, ein weiteres Produkt »ausreichend«. Nur ein einziges Schwimmbecken aus Hartplastik war bedenkenlos auch für die Allerkleinsten zu empfehlen. Denn die Probleme resultieren aus dem verwendeten Material. Weicher Kunststoff enthält immer noch reichlich Schadstoffe. In zwei Modellen wurden erhöhte Phthalate gefunden. Ein Planschbecken enthielt sogar stark erhöhte Gehalte an DINP und DIDP. Diese beiden Phthalate sind in Produkten, die von Kindern in den Mund genommen werden können, in höheren Konzentrationen - mehr als 0,1 Massenprozent - verboten. Denn die PVC-Weichmacher Phthalate gelten als besonders gesundheitsgefährdend, weil sie negativ auf den Hormonhaushalt und die Fruchtbarkeit oder die Leber wirken.

13 Planschbecken mit PAK’s

In 13 von 16 der getesteten Plastikpools wurden im Labor polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen. PAK’s werden für Mensch und Umwelt als besorgniserregend angesehen. Sie reichern sich im Körper und in Umweltorganismen an und können im schlimmsten Fall Krebs erregen. Auch Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit und Schädigungen beim ungeborenen Kind gehören in das Wirkungsspektrum dieser Stoffgruppe.
In 5 Planschbecken fanden die beauftragten Untersuchungslabore Lösemittel, die Reizungen an Augen, Haut und Atemwegen verursachen und möglicherweise krebserregend sind. Darüber hinaus wurde kürzlich festgestellt, dass Lösemittel noch viele Jahre nachwirken und die Gehirnleistung beeinträchtigen. Auch wenn der Kontakt mit Lösemitteln schon lange beendet war, kam es noch nach Jahren zu Gedächtnisproblemen.

Kinder sollten vor Schadstoffen geschützt werden

Die im Handel erhältlichen Planschbecken sind vor allem für Kinder und Kleinkinder gedacht. Gerade Kleinkinder, die bei warmen Temperaturen auch mal nackt im Planschbecken sitzen und an den Kunststoffwänden nuckeln, sollten vor schädlichen Produkten geschützt werden. Die Hersteller solcher Artikel sind daher aufgefordert, kindersichere Produkte ohne bedenkliche Inhaltsstoffe auf den Markt zu bringen.

Quellen: ÖKO-TEST Verlag

E. L. Sabbath, L.-A. Gutierrez, C. A. Okechukwu, A. Singh-Manoux, H. Amieva, M. Goldberg, M. Zins, C. Berr. Time may not fully attenuate solvent-associated cognitive deficits in highly exposed workers. Neurology, 2014; 82 (19): 1716 DOI: 10.1212/WNL.0000000000000413

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