Samstag, 11. Mai 2019


Kamille hilft nicht nur bei Verdauungsbeschwerden und Menstruationsschmerzen, sondern ist ein echter Alleskönner.

Kamille ist ein Kraut, das wir vor allem als Tee kennen. Kamillentee ist weltweit ein sehr beliebter Kräutertee. Er wird aus den getrockneten Blüten der Kamillenpflanze hergestellt. Neben einer beruhigenden und schlaffördernden Wirkung wird Kamille auch bei Magen-Darmbeschwerden und diversen anderen Gesundheitsbeschwerden angewendet.
Was ist Kamille?
Kamille ist ein Kraut, das wir alle in Teeform kennen. Es sind die weißen Blüten einer einjährigen Pflanze, die getrocknet werden. Kamille hat einen sehr angenehmen Duft und Geschmack. Die Kamille, die wir in Europa verwenden, ist die Echte Kamille (Matricaria chamomilla). Diese Art kommt in ganz Europa vor, wird aber in großem Umfang in Osteuropa gezüchtet. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet Erdapfel, was auf den feinen Apfelduft hinweist. Schon die alten Ägypter setzten die Kamille medizinisch ein. Sie widmeten das Kraut dem Sonnengott und wendeten es bei unregelmäßiger Menstruation an.
Kamille enthält zahlreiche Antioxidantien, Flavonoide und die Vitamine A, B und C. Auch Mineralien wie Kalium, Phosphor, Eisen und Schwefel findet man in Kamille. Sie wirkt antibakteriell und pilzhemmend. Kamille hilft bei Magen- und Darmproblemen, Stress, Schlaflosigkeit, Menstruationsschmerzen, Kopfschmerzen, Infektionen, Diabetes und Krebs.
Medizinische Wirkung der Kamille
Magen-Darm-Probleme
Kamille beruhigt die Muskulatur und hilft, Magen- und Darmbewegungen zu verringern und Krämpfe zu verhindern. Die antibakterielle Wirkung sorgt dafür, dass schädliche Bakterien im Magen-Darm-Trakt keine Chance haben. Ein Tasse Kamillentee dreimal täglich reduziert schon Magenbeschwerden. Kamille bekämpft Blähungen, Sodbrennen, Verstopfung, Durchfall und Magenschmerzen.


Stress
Bekannt ist Kamillentee für seine beruhigende Wirkung; eine Tasse Kamillentee entspannt und kann sogar bei Angststörungen helfen. Eine 2009 durchgeführte Studie über Depressionen des University Science Centre in Philadelphia untersuchte die Wirkung von Kamillenextrakt bei Menschen mit Angststörungen. Eine Gruppe von 61 Patienten erhielt acht Wochen Kamillenextrakt oder ein Placebo. Bei den Teilnehmern in der Kamillen-Gruppe nahm die Angst ab und die Studie kam zu dem Schluss, dass Kamille bei leichten bis mittelschweren Angststörungen wirkt.

Schlaflosigkeit
Eine Tasse Kamillentee vor dem Schlafengehen erleichtert das Einschlafen. Möglich wird dies durch die beruhigende Wirkung der Kamille, denn sie entspannt sowohl die Nerven als auch die Muskeln und lindert Schlafstörungen.

Menstruationsschmerzen
Kamille erhöht die Produktion der Aminosäure Glycin. Glycin ist ein Neurotransmitter. Der Nervenbotenstoff Glycin blockiert das Signal vom Gehirn zu den Muskeln und verhindert so die Muskelkontraktionen. Die Gebärmutter und die umliegenden Muskeln entspannen sich und die Menstruationsschmerzen nehmen ab. Trinken Sie während der Menstruation täglich ein paar Tassen Kamillentee, um die Beschwerden zu lindern.

Kopfschmerzen
Die Kamille kann Kopfschmerzen auf natürlich Weise lindern, indem sie Nerven und Muskeln entspannt. So wie die Kamille die Menstruationsschmerzen reduziert, kann die erhöhte Produktion von Glycin auch das Signal und den Schmerzreiz zum Gehirn bremsen, wodurch die Kopfschmerzen abnehmen.

Infektionen
Dank der antibakteriellen Wirkung von Kamille kann das Kraut bei Infektionen wie Erkältungen helfen. Kamille tötet Bakterien wie Streptokokken ab, die Halsentzündungen verursachen. Da die Kamille Bakterien und Pilze abtötet, eignet sie sich auch als Mundspülung und zur Wunddesinfektion.

Heuschnupfen
Heuschnupfen ist eine Allergie, bei der das Immunsystem übermäßig auf Pflanzenpollen reagiert und unnötig Antikörper herstellt, die dazu führen, dass Histamin in den Körper abgegeben wird. Das Histamin verursacht eine Entzündungsreaktion der Schleimhäute von Nase, Hals und Augen. Tränende Augen, laufende Nase, Husten und Juckreiz sind die unangenehme Folge. Kamille verhindert die Freisetzung von Histamin und lässt die Schleimhäute abschwellen, wodurch die Heuschnupfen-Symptome abnehmen. Eine indische Studie aus dem Jahr 2011 zeigte diese Wirkung der Kamille und kam zu dem Schluss, dass die Kamille die allergischen Reaktionen bei Heuschnupfen lindert.

Diabetes
Kamille und Kamillentee sollen helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken und die Speicherung von Glukose als Glykogen in der Leber zu fördern. Eine japanische Studie aus dem Jahr 2008 untersuchte diesen Effekt bei Ratten. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass das tägliche Trinken von Kamillentee einem erhöhten Blutzuckerspiegel vorbeugt und die mit Diabetes verbundenen Komplikationen wie Nieren-, Nerven- und Augenschäden reduziert.

Krebs
Kamille enthält Flavonoide und das wichtigste Flavonoid ist Apigenin. Krebszellen sind so schädlich, weil sie sich ständig vermehren. Der Mechanismus, durch den Zellen normalerweise regelmäßig sterben, ist ausgeschaltet. In einer Studie an der Ohio State University wurde 2013 die Wirkung von Apigenin auf Brustkrebszellen untersucht. Die Studie zeigte, dass Apigenin die Apoptose oder Selbstzerstörung der Krebszellen auslöst und einer unregelmäßigen Vermehrung von genetischem Material vorbeugt.
Die Anwendung
Die bekannteste und leckerste Art, Kamille einzunehmen, ist die Zubereitung als Tee. Der Tee wird aus den getrockneten Blüten hergestellt und braucht nur mit kochendem Wasser aufgegossen zu werden. Es gibt auch ätherisches Kamillenöl. Das Öl kann als Badezusatz oder als Dampfbad für Nase und Hals bei Erkältungen angewendet werden.
Nebenwirkungen
Eine normale Dosis Kamille beträgt etwa zwei Gramm pro Tag, was zwei Teelöffeln Kamille pro Tasse entspricht. Mehr als vier Tassen pro Tag sollte man nicht trinken. Eine höhere Dosis kann Übelkeit und Schläfrigkeit verursachen. Das Auftragen des ätherischen Öls auf die Haut kann bei empfindlichen Menschen zu Hautirritationen führen. Allergiker, die auf Sellerie, Gänseblümchen oder Johanniskraut allergisch reagieren, können auch gegen Kamille allergisch sein. Schwangere sollten die Einnahme von Kamille auf die empfohlene Tagesmenge beschränken, da hohe Dosierungen eine Fehlgeburt verursachen können. Wer gerinnungshemmende Medikamente, sogenannte Blutverdünner, einnimmt, sollte sich auch auf drei oder vier Tassen Kamillentee täglich beschränken, da Kamille Cumarin enthält, das die Blutgerinnung hemmt. Cumarin ist der Wirkstoff in vielen blutverdünnenden Medikamenten. Wer schon blutverdünnende Medikamente einnimmt, könnte zu viel Cumarin aufnehmen, wenn viel Kamillentee getrunken wird.

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