Freitag, 17. Mai 2019


Schuppen sind lästig unangenehm. Anti-Schuppen-Shampoos sind nicht immer gut verträglich und wirksam. Viele natürliche Hausmittel schaffen genauso gut Abhilfe.

Schuppen sind ein Kopfhautproblem, das durch die Vermehrung eines Hefepilzes namens Malassezia verursacht wird. Es ist ein häufiges Problem, aber das macht es nicht weniger unangenehm. Malassezia-Hefen sind ein normaler Bestandteil der menschlichen Hautflora, normalerweise unschädlich und ernähren sich von langkettigen Fettsäuren. Solche Fettsäuren kommen vor allem in talgreichen Hautregionen vor, wie Kopfhaut und Gesicht. Wissenschaftler wissen noch nicht, warum sich die Malassezia-Hefen plötzlich enorm vermehren, aber wenn das geschieht, kommt es zu Irritationen, die den Abstoßungsprozess abgestorbener Hautzellen stark beschleunigen.
Es häufen sich dann viele abgestorbene Hautzellen zu Schuppen an, die mit dem Fett auf der Kopfhaut verklumpen. Dies ist oft schon mit bloßem Auge leicht zu erkennen. Meistens beginnt es nach einer Weile stark zu jucken. Die Antwort der Kosmetikhersteller darauf sind viele chemische Anti-Schuppen-Shampoos. Diese enthalten in der Regel Natriumlaurylsulfat (SLS - engl. Sodium Lauryl Sulfat), das eine aggressive Wirkung hat und die Kopfhaut reizt. Zum Glück gibt es verschiedene Hausmittel, die das Schuppenproblem auf sanfte Art lösen können.
Was tun gegen Kopfhautschuppen?
Teebaumöl
Teebaumöl, ein pilztötendes und antibakterielles Öl, ist ein bewährtes Mittel gegen Schuppen. Man kann Anti-Schuppen-Shampoo kaufen, das Teebaumöl enthält, aber das echte Öl funktioniert besser und ist meist auch billiger. Das Teebaumöl in die Kopfhaut einmassieren und eine halbe Stunde einziehen lassen. Achten Sie darauf, dass das Öl wirklich auf die Kopfhaut gelangt und nicht nur in die Haare. Anschließend die Haare mit Shampoo waschen. Wenn Sie das regelmäßig wiederholen, werden Sie feststellen, dass nicht nur die Schuppen abnehmen, sondern auch der entsprechende Juckreiz. Vom direkten Kontakt von reinem Teebaumöl mit der Haut wird manchmal abgeraten. Verdünnen mit einem Öl ist bei empfindlicher Haut ratsam.

Aloë Vera
Aloë Vera hat antibakterielle und pilzhemmende Eigenschaften, die Schuppen bekämpfen. Sie baut auch Eiweiße ab, in diesem Fall hauptsächlich abgestorbene Hautzellen. Dadurch dass die Menge der abgestorbenen Hautzellen abnimmt, reduziert Aloë Vera das Zusammenklumpen der Hautzellen, die die Schuppen bilden. Verwenden Sie regelmäßig Aloë-Vera-Saft oder Aloë-Vera-Gel und massieren Sie es gut in die Kopfhaut ein. Lassen Sie es mindestens eine Viertelstunde einwirken und waschen Sie es dann mit einem milden Shampoo aus.

Thymian
Thymian wirkt ebenfalls pilzhemmend und antibakteriell. Thymian unterscheidet sich von den beiden vorher genannten dadurch, dass es kein Öl, sondern ein Kraut ist. Um Thymian als Haarbehandlung zu verwenden, mischen Sie vier Esslöffel getrockneten Thymian mit zwei Tassen Wasser, kochen es zehn bis fünfzehn Minuten, gießen den Aufguss durch ein Sieb und lassen ihn abkühlen. Dann in die Kopfhaut einmassieren, einige Minuten einwirken lassen und anschließend die Haare gut ausspülen.

Joghurt
Joghurt enthält „gute“ Bakterien, die das Wachstum von Hefepilzen einschränken. Das macht es zu einem großartigen Hausmittel gegen Pilzinfektionen. Sie können ihn essen oder ins Haar schmieren (schön rumkleckern also!). Bei dieser Behandlung müssen Sie allerdings einen Joghurt mit lebenden Bakterienkulturen wählen. Laut Studien soll die L.paracasei-Kultur die beste sein. Die Einnahme eines Probiotikums kann den Körper auch mit den richtigen Darmbakterien versorgen. Ebenso kann das lokale Auftragen des Joghurts auf die Kopfhaut effektiv sein. Gut auf der Kopfhaut verteilen, eine Stunde einwirken lassen und anschließend auswaschen.

Zitrone
Die Säure der Zitrone stellt den pH-Wert der Kopfhaut wieder her. Eine Zitronenbehandlung kann auf zwei Arten durchgeführt werden. Den Saft verwenden oder die Schalen von drei bis vier Zitronen in heißem Wasser kochen. Diesen Sud abkühlen lassen und auf die Kopfhaut auftragen. Eine Weile einwirken lassen und schließlich ausspülen.

Rosmarin
Rosmarin ist nicht nur wirksam bei der Beseitigung von Schuppen, sondern duftet auch herrlich. So behandeln Sie nicht nur die Schuppen, sondern verleihen dem Haar einen angenehmen Duft. Rosmarin wirkt gegen Schuppen, weil er Pilze und Bakterien bekämpft. Kochen Sie einfach einen Teelöffel Rosmarin mit einer Tasse Wasser, lassen es einige Minuten ziehen, sieben es ab und spülen täglich die Haare damit, bis die Schuppen verschwunden sind.

Essig
Sowohl Apfelessig als auch gewöhnlicher Essig wirkt gegen Schuppen. Genau wie Zitrone ist Essig sauer und reguliert den pH-Wert der Kopfhaut. Vor allem Apfelessig hat reinigende Eigenschaften, denn er reinigt verstopfte Poren und Haarfollikel. Man kann Essig auf verschiedene Weise verwenden:
  • Essig (leicht verdünnt) direkt auf die Kopfhaut auftragen, ein Handtuch herumwickeln und einige Stunden einwirken lassen, am besten über Nacht. Am nächsten Morgen das Haar ausspülen.
  • Essig mit Wasser mischen und das als Shampoo benutzen.
  • Essig und Wasser zu gleichen Teilen mischen und 15 bis 20 Tropfen Teebaumöl hinzufügen. Diese Mischung in die Kopfhaut einmassieren und einige Minuten einwirken lassen. Anschließend auswaschen. Die Anwendung drei- bis viermal pro Woche wiederholen, bis die Schuppen verschwunden sind.

Neemöl oder Niemöl
Neemöl oder Niemöl wird aus den Kernen der Neemfrüchte gewonnen. Vielleicht haben Sie noch nie von Niemöl gehört, aber in Indien ist es als Hausmittel weit verbreitet bei Haar- und Hautproblemen. Seine antibakteriellen und antiseptischen Eigenschaften machen es zu einer natürlichen Behandlung nicht nur bei Schuppen, sondern auch bei Akne, Haarausfall und Juckreiz auf dem Kopf. Die Niemblätter in Wasser kochen, absieben, abkühlen lassen und einige Male pro Woche als Spülung verwenden, bis die Schuppen verschwunden sind. Oder Niemöl verwenden, dass man genauso wie Teebaumöl benutzt.

Natriumbikarbonat
Natriumbikarbonat wird auch als Backpulver, Backsoda oder Natron bezeichnet. Natriumbikarbonat entfernt überschüssigen Talg, der von der Kopfhaut produziert wird. Es wäscht übermäßiges Fett von Kopfhaut und Haaren, wodurch Pilze wie Malassezia weniger Nahrung vorfinden. Natriumbikarbonat regeneriert das Säuregleichgewicht auf dem Kopf. Mischen Sie etwas Pulver mit Wasser und massieren Sie es in die Kopfhaut ein. Kurz einwirken lassen, bevor Sie es ausspülen. Wichtig ist, die Haare nach dem Ausspülen nicht mit Shampoo zu waschen.

Kokosöl
Kokosöl besteht zur Hälfte aus Laurinsäure, einer gesättigten Fettsäure. Das ist eine Fettsäure, die laut Studien Pilze und Hefen abtötet. So können Schuppen bekämpft werden. Jeden Morgen nach dem Duschen die Kopfhaut kurz mit Kokosöl einzureiben, kann schon ausreichen.
Anti-Schuppen-Kur oder Küchenutensil?
Es ist doch bemerkenswert, dass man so viele wirksame natürliche Hausmittel gegen Schuppen im Supermarkt oder im Küchenschrank findet. Wer lieber kein chemisches Anti-Schuppen-Shampoo verwendet oder bei wem das nicht gut wirkt, sollte die natürlichen Mittel probieren. Vielleicht können die Hausmittel Sie ganz einfach von Schuppen und Juckreiz befreien.

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