Freitag, 3. Juli 2026

Cranberrysaft gegen Antibiotikaresistenz bei Blasenentzündungen

Cranberrysaft kann die Behandlung von Harnwegsinfektionen unterstützen (Foto: pixabay.com)


Jedes Jahr erkranken weltweit mehr als 400 Millionen Menschen an einer Harnwegsinfektion. Die zunehmende Antibiotikaresistenz macht die Behandlung dieser Infektionen immer schwieriger. Kanadische Forscher haben nun eine Lösung für dieses Problem gefunden.

 

Cranberrysaft könnte in der Tat eine wertvolle Ergänzung bei der Behandlung von Harnwegsinfektionen sein. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Substanzen in Cranberrysaft resistente Bakterienstämme wieder empfindlich für Antibiotika machen.

Harnwegsinfektionen

Eine Harnwegsinfektion ist eine Entzündung, häufig eine Blasenentzündung, die meist durch E. Coli-Bakterien aus dem Darm verursacht wird, die über die Harnröhre eindringen. Zu den Symptomen einer Harnwegsinfektion gehören Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang mit geringen Mengen Urin und Unterleibsschmerzen. Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre stärker gefährdet als Männer, eine Harnwegsinfektion zu bekommen. Leichte Entzündungen verschwinden manchmal von selbst, wenn man genug trinkt, aber oft ist eine Behandlung mit Antibiotika, wie z. B. Fosfomycin, erforderlich. Aufgrund der zunehmenden Resistenz gegen Antibiotika wird jedoch nach alternativen Behandlungsmethoden gesucht.

Altes Hausmittel für die Harnwege

Cranberrysaft ist seit langem als Hausmittel gegen Harnwegsinfektionen bekannt. Lange Zeit dachte man, dass dies vor allem auf den hohen Säuregehalt des Saftes zurückzuführen sei. Später entdeckten Wissenschaftler, dass bestimmte Stoffe in Cranberrys den Bakterien das Anhaften an der Wand der Harnwege erschweren. Die neue Studie zeigt aber noch etwas anderes: Cranberrysaft scheint auch mit Antibiotika zu kooperieren.

Überraschende Wirkung im Labor

Die Forscher testeten mehrere krankmachende E. Coli-Stämme im Labor. Dabei zeigte sich, dass Cranberrysaft die Wirkung des Antibiotikums Fosfomycin in bis zu 72 Prozent der Fälle verstärkte. Außerdem hemmte der Saft die Entstehung neuer Resistenzen bei den Bakterien.

Wie das genau funktioniert? Das Antibiotikum gelangt über Kanäle, die normalerweise Zucker transportieren, in die Bakterienzellen. Die im Cranberrysaft enthaltenen Stoffe scheinen die Bakterien zu veranlassen, mehr Zucker zu absorbieren und somit mehr Antibiotikum aufzunehmen. Dadurch wird die Behandlung wirksamer.

Noch kein Wundermittel

Dennoch ist es zu früh, um Cranberrysaft als Behandlung zu empfehlen. Das liegt daran, dass die Versuche nur im Labor durchgeführt wurden. Es ist noch unklar, ob im menschlichen Körper die gleichen Wirkungen auftreten. So wissen die Forscher beispielsweise nicht, ob die Wirkstoffe aus dem Saft tatsächlich an der richtigen Stelle im Körper ankommen. Unbekannt ist auch, wie viel Cranberry-Saft jemand trinken müsste, um eine Wirkung zu erzielen, und ob das praktisch machbar ist.

Vielversprechende Richtung

Dennoch sind die Ergebnisse vielversprechend, so die Forschenden. Sie sind Teil einer umfassenderen Suche nach Möglichkeiten, bestehende Antibiotika wirksamer zu machen, ohne gleich neue Medikamente entwickeln zu müssen.

 

Und das ist dringend notwendig. Denn da immer mehr Bakterien gegen mehrere Antibiotika resistent werden, wächst der Druck, neue Lösungen zu finden. Natürliche Stoffe, wie sie in Cranberrys vorkommen, könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

 

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