Sonntag, 2. Juni 2019


Gesundheitstrends gibt es wie Sand am Meer. Aber nicht jeder Trend ist wirklich gesund. Die aktuell beliebte Aktivkohle-Zahnpasta tut den Zähnen nicht gut.

Gesundheitstrends wechseln sich heutzutage schneller ab, als man lesen kann. Doch nicht alle Trends sind tatsächlich auch nachahmenswert. Zum Beispiel der Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel, obwohl man keine Glutenintoleranz hat. Oder ein zweifelsfrei gefährlicher Trend, bei dem Detoxkuren mit Salzwasser durchgeführt werden. Leider nimmt die Zahl der riskanten Trends zu, nicht zuletzt durch Gesundheitsempfehlungen, die in den sozialen Netzwerken kursieren. Dazu kann man nun auch den Trend mit der Aktivkohle-Zahnpasta zählen. Laut Wissenschaftlern ist dieser neueste Kult nicht nur nutzlos, sondern sogar zahnschädlich.
Filterwirkung von Aktivkohle unkontrollierbar
Allgemein nimmt die Popularität von Aktivkohle als Schönheits- und Gesundheitsprodukt seit einiger Zeit konstant zu. Sei es Kaffee, Eis, Pizza oder Burger: Nichts geht mehr ohne Aktivkohle. Was früher nur bei Durchfall angewendet wurde, garniert heute jede Menge Lebensmittel. Denn die pechschwarze Farbe macht sich natürlich gut auf Fotos und erregt dementsprechend Aufmerksamkeit in der Online-Welt. Leider freut sich unser Körper weniger über die schwarze Pampe.

Aktivkohle wird zwar seit Jahrhunderten medizinisch zur Entgiftung eingesetzt, aber Forscher zweifeln an der Alltagstauglichkeit der Arzneikohle. Das Problem ist, dass man die Filterwirkung der Aktivkohle nicht kontrollieren kann und sie neben Giftstoffen auch wichtige Nährstoffe oder Medikamente ausfiltert.
Aktivkohle schadet Zähnen und Zahnfleisch
Die Aktivkohle in Zahnpasta ist natürlich nicht als Detox-Mittel gedacht, sondern soll für strahlendweiße Zähne sorgen. Denn die Aktivkohle entfernt angeblich Ablagerungen und Rückstände und damit Verfärbungen auf den Zähnen. Eine Übersichtsstudie in der Fachzeitschrift „Britisch Dental Journal“ hat allerdings ergeben, dass die so beliebte Aktivkohle-Zahnpasta kaum mehr als angesagter Werbe-Clou ist. Und nicht nur das: Die durchgeführten Untersuchungen zeigten, dass die schwarze Zahncreme zu bleibenden Verfärbungen, Karies und Zahnverlust führen kann. Also ganz das Gegenteil vom gewünschten Ergebnis.
Allgegenwärtiger Trend
Weil Prominente und Influencer die umstrittene Zahnpasta überall bewerben, ist sie zum allgegenwärtigen Trend geworden, der in jedem Drogeriemarkt anzutreffen ist. Dabei gab es bereits 2017 eine Übersichtsstudie, die festgestellt hat, dass die wissenschaftlichen Beweise für die kosmetischen und gesundheitlichen Vorteile der Aktivkohle-Zahncreme wie Zahnaufhellung, Entgiftung, Desinfizierung, Remineralisierung sowie Festigung der Zähne unzureichend sind. Zusätzlich bemängelten die Forscher, dass die untersuchten Zahncremes zu wenig Fluorid enthielten. Fluorid ist aber wichtig für gesunde Zähne, denn es beugt Karies vor und unterstützt die Wiedereinlagerung von Mineralien.
Zu viele Schleifpartikel
Nur acht Prozent der untersuchten Zahncremes mit Aktivkohle enthielten auch Fluorid. Zudem könnte das Fluorid laut den Wissenschaftlern wegen der bindenden Eigenschaften der Aktivkohle völlig wirkungslos bleiben. Weiterer Kritikpunkt: Die Zahncremes enthielten sehr viele Schleifpartikel, was bei dauerhafter Anwendung den Zahnschmelz schädigen könnte. Schlimmstenfalls kommt es zum Zahnverlust, was weder der Gesundheit noch der Schönheit zugutekommt.

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