Mittwoch, 25. März 2026

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Schlaf und Darm?

Welche Verbindung gibt es zwischen Schlaf und Darm? (Foto: pixabay.com)


Ein ruhiger Bauch sorgt für einen ruhigen Schlaf und eine gute Nachtruhe beruhigt wiederum Magen und Darm.

 

In einem gesunden Körper funktioniert alles wie ein gut geölter Mechanismus. Wenn irgendwo in diesem Mechanismus etwas schiefgeht, macht sich das oft an verschiedenen Stellen bemerkbar. Darmprobleme können beispielsweise den Schlaf beeinträchtigen – und umgekehrt! Lesen Sie, wie das zusammenhängt.

Schlechter Schlaf

Wenn Sie Schlafprobleme haben, zum Beispiel weil Sie grübeln oder zu ungünstigen Zeiten aufwachen, leidet Ihr Körper darunter. Sie fühlen sich müde, sind weniger aufmerksam und vielleicht gereizter als sonst. Außerdem besteht bei anhaltendem Schlafmangel ein erhöhtes Risiko für körperliche und psychische Probleme. Schlafmangel wirkt sich auch auf Ihren Appetit aus. Das merken Sie schon nach einer Nacht mit wenig Schlaf. Dann produziert Ihr Körper mehr Ghrelin, ein Hormon, das den Appetit anregt, und weniger Leptin, ein Hormon, das für das Sättigungsgefühl sorgt.

Bauchschmerzen und andere Beschwerden

Wenn Sie unter Darmbeschwerden leiden, zum Beispiel unter Blähungen, Bauchschmerzen oder Darmkrämpfen, wirkt sich das auf Ihren Schlaf aus. Man schläft nun einmal nicht so gut, wenn man sich nicht wohlfühlt. Die Folge ist, dass man sich am nächsten Tag müde fühlt, das die Hungerhormone aus dem Gleichgewicht geraten, dass man anders und mehr isst und so den Darm wieder zusätzlich reizt. So kann ein quälender Kreislauf entstehen.

Mikrobiom durch Schlafmangel beeinflusst

Es gibt Wissenschaftler, die denken, dass auch das Darmmikrobiom vom Schlaf beeinflusst wird. Schlafmangel scheint die Zusammensetzung des Mikrobioms beeinflussen zu können. Vor allem die Bakterien, die eine Rolle beim Stoffwechsel und bei der Verdauung spielen, leiden unter Schlafmangel, sagen schwedische und deutsche Wissenschaftler. In ihrer Studie erhielten erwachsene Freiwillige über mehrere Nächte hinweg nur sehr wenig Schlaf. Nach der Untersuchung des Stuhls zeigte sich, dass der Schlafmangel Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Bakterien hatte. Es ist noch nicht klar, ob diese Veränderungen letztendlich auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Serotonin

Und dann ist da noch Serotonin, ein Botenstoff, der sich größtenteils im Darm befindet. Dieser Stoff sorgt dafür, dass Signale zwischen Gehirn und Darm weitergeleitet werden. Er ist außerdem der Ausgangsstoff für das Schlafhormon Melatonin. Es hat sich herausgestellt, dass es im Darm Zellen gibt, die auf Stress reagieren und dann zusätzliches Serotonin produzieren. Dieses zusätzliche Serotonin gelangt ins Gehirn, und als Reaktion darauf sorgt das Gehirn dafür, dass sich der Darm stärker bewegt. Das kennen Sie sicher: dass Sie zum Beispiel plötzlich auf die Toilette müssen, wenn Sie sehr nervös sind. Wissenschaftler untersuchen nun, ob diese zusätzliche Serotoninproduktion auch Auswirkungen auf den Schlafrhythmus hat.

Gönnen Sie dem Darm Ruhe

Seit jeher isst der Mensch nur tagsüber, wenn es hell ist. Das war noch lange vor der Erfindung der Kerze und der Glühbirne, aber unsere Gene finden es wahrscheinlich immer noch angenehm, wenn es einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus für Essen und Trinken gibt. Daher wird immer mehr darüber geforscht, wann der beste Zeitpunkt zum Essen ist. Untersuchungen an Versuchstieren zeigen beispielsweise, dass das Risiko für Übergewicht steigt, wenn Tiere zu Zeiten fressen, zu denen sie normalerweise ruhen oder schlafen. Und bei Menschen, die periodisch fasten, lässt sich ebenfalls beobachten, dass sie ihr Gewicht und ihren Appetit besser regulieren können. Abendliches Naschen und Snacken scheint keine gute Angewohnheit zu sein, und an sich ist das logisch: Auch die Verdauung profitiert von der Nachtruhe.

Glücklicher Darm, guter Schlaf

Es laufen noch viele Forschungen über den Zusammenhang zwischen Darm und Schlaf. Gut schlafen ist für Darm und Darmflora in jedem Fall günstig. Wenn Sie abends nicht mehr essen und naschen, geben Sie dem Darm die dringend nötige Ruhe. Sie werden auch nach einer Nacht mit gutem Schlaf, am nächsten Tag weniger das Bedürfnis nach Snacks haben und so den Darm nicht unnötig belasten. Gut schlafen sorgt also für einen glücklichen Darm, und das sorgt wiederum dafür, dass Sie nicht wach gehalten werden durch Bauchschmerzen oder Blähungen. Schlaf und Darm: ein eingespieltes Team!

 

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