Montag, 23. März 2026

Dieser Salat könnte den täglichen Bedarf an Vitamin B12 decken

Speziell angebaute Erbsensprossen liefern Vitamin B12 (Foto: pixabay.com)


Eine Handvoll Erbsensprossen könnte schon bald ausreichen, um den täglichen Bedarf an Vitamin B12 zu decken. Das Vitamin wird nicht von der Pflanze selbst gebildet, sondern während einer speziellen Anbaumethode über die Wurzeln aufgenommen.

 

Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten vor. Daher besteht vor allem bei Menschen, die wenig oder gar keine tierischen Produkte essen, das Risiko eines Mangels. Bereits 15 Gramm der speziell angebauten Erbsensprossen reichen aus, um mehr als die tägliche Menge an B12 aufzunehmen.

Warum brauchen wir Vitamin B12?

Das Vitamin ist wichtig für die Zellteilung und zum Abbau der Aminosäure Homocystein im Blut. Ein hoher Homocystein-Spiegel kann das Herzinfarktrisiko erhöhen. Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Energiemangel, Müdigkeit, Blutarmut und Nervenschäden führen. Jeder zehnte in Deutschland hat zu wenig Vitamin B12 im Körper und bei den Senioren über 65 ist jeder Vierte betroffen, da der Magen-Darm-Trakt mit zunehmendem Alter schlechter funktioniert.

Symptome für einen Mangel an Vitamin B12

· Gefühlsstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen

· Zungenbrennen

· Kribbeln in Füßen, Beinen und Armen

· Unsicherer Gang, erhöhte Sturzneigung

· Muskelschwäche

· Müdigkeit, Konzentrationsstörungen

· Gedächtnisstörungen

· Kopfschmerzen

· Depression

· Verwirrtheit

· Blutarmut

Aufnahme über die Wurzeln

Für die Studie, an der unter anderem das John Innes Centre und die Universität Bristol beteiligt waren, wurde eine Anbaumethode namens Aeroponik verwendet. Dabei wachsen die Pflanzen ohne Erde, während ihre Wurzeln regelmäßig mit einer Mischung aus Wasser und Nährstoffen besprüht werden.

Während der achttägigen Wachstumsphase nahmen die Wurzeln das Vitamin auf, das anschließend in die Blätter der Pflanze gelangte.

Da der Körper täglich nur geringe Mengen an Vitamin B12 benötigt, kann bereits eine Portion von 15 Gramm der speziell gezüchteten Sprossen ausreichen, um die empfohlene Menge zu decken.

Vitamine bleiben auch nach dem Kühlen erhalten

Es ist wichtig, dass solch angereichertes Gemüse auch nach der Ernte noch ausreichend Nährstoffe enthält. Mit verschiedenen Techniken wurde im Labor die menschliche Verdauung nachgebildet. Es zeigte sich, dass die Sprossen das Vitamin aufgenommen hatten und es wahrscheinlich auch dem Körper zur Verfügung stellen, wenn die Sprossen gegessen werden. Zudem stellte sich heraus, dass der Vitamin-B12-Gehalt auch nach längerer Kühllagerung weitgehend intakt blieb.

Mögliche Lösung für Mangelerscheinungen

Vitamin B12 ist ein komplexer Nährstoff, der ausschließlich von Bakterien gebildet wird. Menschen nehmen das Vitamin daher meist über tierische Produkte auf.

 

Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie einen B12-Mangel haben. Nahrungsergänzungsmittel sind zwar erhältlich, doch viele Menschen vergessen, sie einzunehmen, außerdem sind sie weniger wirksam, wenn sie ohne Essen eingenommen werden. Auch wer keine tierischen Produkte zu sich nimmt, sollte Vitamin B12 als Nahrungsergänzung einnehmen. Dasselbe gilt für alle, die bestimmte Medikamente dauerhaft einnehmen müssen. Das blutzuckersenkende Metformin verringert die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm und bis zu 30 Prozent der Patienten, die Metformin einnehmen sind von einem Mangel betroffen.

Die Einnahme von Magensäurehemmern, sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI), wie Omeprazol oder Pantoprazol, kann ebenfalls zu einem Mangel an B12 führen. Eine Einnahme von Magensäurehemmern für mindestens zwei Jahre erhöht das Risiko für einen Mangel an Vitamin B12 um 65 Prozent. Auch andere magenschützende Medikamente wie H2-Rezeptorblocker, und weitere Wirkstoffe wie Aminosalycilate (bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Colchicin (bei Gicht), Neomycin (Antibiotikum), Cholestyramin (zur Senkung des Cholesterins), einige Antiepileptika (z.B. Carbamazepin), Kaliumsalze und Methyldopa (zur Blutdrucksenkung) können die Aufnahme von Vitamin B12 behindern.

Günstiger als das teuerste Vitamin

Die neue Anbaumethode ist daher ideal und zudem kostengünstig. Die Forscher schätzen, dass die Anreicherung eines Beutels Erbsensprossen weniger als einen Cent zusätzlich kostet. Das ist bemerkenswert, denn B12 ist von Natur aus eines der teuersten Vitamine auf dem Markt. Pro Kilogramm kostet es mehr als 20.000 Euro, da eine chemische Synthese unmöglich ist und die Produktion vollständig von Bakterien abhängt.

 

Die Methode ist zudem nicht auf Erbsensprossen beschränkt. Die Forscher gehen davon aus, dass derselbe Ansatz auch bei anderen schnellwachsenden Salatpflanzen funktioniert.

Klinische Studien müssen folgen

Die Ergebnisse basieren bislang lediglich auf Laborsimulationen der Verdauung, nicht auf klinischen Studien am Menschen. Ob das Vitamin in der Praxis ebenso gut aufgenommen wird, muss durch weitere Untersuchungen geklärt werden.

 

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