Dienstag, 3. März 2026

Trockene Haut im Winter: Ernährung, Nahrungsergänzung und Pflege helfen

Wie pflegt man trockene Haut im Winter am besten? (Foto: pixabay.com)


Hautprobleme sind im Winter häufiger, denn die Kälte stellt für die Haut eine Herausforderung dar. Trockene, juckende, gerötete, schuppende Haut verlangt nach der richtigen Ernährung und Pflege.

Was passiert mit der Haut im Winter?

Unsere Haut fungiert als Schutzbarriere. Dies wird oft anhand eines Vergleichs erklärt: Ziegelsteine mit Zement dazwischen. Die „Ziegelsteine” sind abgestorbene Hautzellen an der Außenseite. Der „Zement“ ist eine Fettschicht, die diese Zellen miteinander verbindet und verhindert, dass Feuchtigkeit entweicht. Diese Fettschicht besteht aus drei Arten von Fetten: Etwa die Hälfte davon ist Ceramid, ein Viertel ist Cholesterin und 10 bis 20 Prozent bestehen aus freien Fettsäuren (1). Im Winter wird dieses Gleichgewicht gestört (2). Kalte Luft enthält von Natur aus weniger Feuchtigkeit als warme Luft. Wenn diese kalte Außenluft durch die Heizung erwärmt wird, wird die Innenluft besonders trocken, oft mit einer Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent. Feuchtigkeit wandert immer von einem Ort, an dem viel Feuchtigkeit vorhanden ist (wie Ihrer Haut, die zu etwa 70 Prozent aus Wasser besteht), zu einem Ort, an dem wenig Feuchtigkeit vorhanden ist. Dadurch verdunstet Feuchtigkeit schneller aus der äußeren Hautschicht. Außerdem funktionieren die Talgdrüsen bei Kälte weniger gut (3). Sie produzieren weniger Fett, und das Fett wird dicker und zähflüssiger, wodurch es sich weniger gut auf der Haut verteilt. Dies erklärt, warum viele Menschen im Winter unter trockenen und juckenden Schienbeinen leiden, da dort von Natur aus nur wenige Talgdrüsen vorhanden sind.

Winterekzem

Winterekzem äußert sich durch starken Juckreiz am ganzen Körper, vor allem aber an Beinen, Armen und oberem Rücken. Die Beschwerden verschlimmern sich bei Temperaturschwankungen und nachts. Die Haut weist oft Schuppen, Rötungen und manchmal Risse auf. Ältere Menschen sind besonders anfällig, da ihre äußere Hautschicht dünner wird und die Fett- und Feuchtigkeitsdrüsen weniger aktiv sind. Das Problem kann sich durch einen Teufelskreis verschlimmern: Trockene Haut reizt die Nervenenden, was zu Juckreiz führt. Durch Kratzen wird die empfindliche Haut beschädigt, was zu Wunden, Entzündungen und noch mehr Juckreiz führt.

Allgemeine Tipps

Glücklicherweise können Sie viel tun, um Hautproblemen im Winter vorzubeugen. Wir beginnen mit ein paar einfachen Anpassungen, die Sie im Alltag umsetzen können:

 

· Kurz und lauwarm Duschen: Wasser, das wärmer als 38 bis 40 Grad ist, wirkt wie ein Lösungsmittel auf die natürliche Fettschicht der Haut. Hautärzte raten dazu, im Winter nicht länger als fünf Minuten zu duschen und nicht wärmer als 35 bis 36 Grad (4).

· Vorsicht mit Seife: Seifen und Duschgels mit aggressiven Reinigungsmitteln (wie Natriumlaurylsulfat) lösen die natürliche Fettschicht der Haut auf (5). Dies stört den Säuregehalt der Haut, wodurch die guten Bakterien aus dem Gleichgewicht geraten (6). Verwenden Sie lieber Duschöl statt schäumendem Duschgel.

· Vermeiden Sie synthetische Kleidung: Wolle hält warm, aber die Fasern sind rau und scheuern auf der Haut. Kunststoffe lassen die Haut nicht gut atmen. Ziehen Sie daher zunächst ein dünnes Shirt aus weichem Material wie Baumwolle, Seide oder Bambus an. Das schützt Ihre Haut vor der kratzigen Wolle eines darüber getragenen Pullovers.

· Sorgen Sie für ein gutes Raumklima: Verwenden Sie einen Luftbefeuchter, um die Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 50 Prozent zu halten (7). Bei Senioren ist eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit empfehlenswert. Achten Sie darauf, dass Sie 60 Prozent nicht überschreiten, da sich sonst Schimmel und Hausstaubmilben bilden können.

Ernährung für die Haut

Sie können Ihre Haut auch von innen heraus unterstützen. Was Sie essen, hat einen direkten Einfluss darauf, wie gut Ihre Hautbarriere funktioniert:

 

· Fetter Fisch: Lachs, Sardine und Makrele enthalten Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), die die Hautbarriere stärken und Entzündungen hemmen. Studien zeigen, dass Omega-3 die Haut weniger trocken macht und Juckreiz reduziert (8).

· Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen und Walnüsse: Das sind pflanzliche Quellen für alle, die keinen Fisch essen (9, 10). Streuen Sie die Samen oder Nüsse einfach in den Joghurt oder ins Müsli.

· Zitrusfrüchte, Kiwi und Paprika: Reich an Vitamin C, das für die Produktion von Kollagen nötig ist und vor freien Radikalen schützt, die durch Kälte und Wind entstehen (11).

· Nüsse, Saaten und Avocado: Sie enthalten Vitamin E, das die Fettschicht der Haut schützt und Feuchtigkeit speichert (12, 13).

· Grünes Blattgemüse: Reich an Carotinoiden und Lutein, die die Haut unterstützen (14), wie Spinat und Grünkohl.

· Pflanzliche Nahrung mit vielen Antioxidantien: Gemüse und Obst, die reich an Vitamin C, Vitamin E, Betacarotin, Polyphenolen und Phenolsäuren sind, schützen die Haut vor schädlichen Stoffen, bremsen Entzündungen und stärken die Festigkeit der Haut (15, 16, 17).

· Fermentierte Nahrung: Fermentierte Nahrung wie Kimchi, Joghurt und Sauerkraut können über die Darm-Haut-Achse Beschwerden wie trockene Haut reduzieren (18).

· Wasser trinken: Laut Wissenschaftlern kann zusätzliches Wasser trinken die Hautfeuchtigkeit leicht verbessern, jedoch nur, wenn Sie normalerweise zu wenig trinken (19). Andere Tipps, wie das Eincremen mit einer guten Creme, sind wirksamer als zusätzliches Trinken (20).

Nahrungsergänzungsmittel (Supplemente)

Manchmal reicht die Ernährung alleine nicht aus, besonders im Winter, wenn wir weniger Sonnenlicht bekommen:

 

· Vitamin D: Im Winter bekommen wir zu wenig Sonnenlicht, um genug Vitamin D zu produzieren. Vitamin D unterstützt die gesunde Entwicklung von Hautzellen und eine starke Schutzschicht. Eine Studie mit Kindern, die unter winterbezogenen Hautbeschwerden litten, zeigte, dass 1.000 IE Vitamin D täglich die Symptome deutlich linderte (21).

· Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA sind Bausteine für Zellen und die Fettschicht der Haut. Sie hemmen Trockenheit und Entzündungen und lindern Juckreiz und Rötungen (22). Eine Studie hat gezeigt, dass die Kombination von Omega-3, GLA und Vitamin D nach 4 Monaten zu weniger Juckreiz, weniger Corticosteroid-Verbrauch und besserem Schlaf führte (23). Sie können Ihren Omega-3-Spiegel über Fischöl oder Algenöl ergänzen.

· Antioxidantien: Antioxidantien unterstützen die Haut von innen heraus. Dazu gehören nicht nur Vitamin C oder E, sondern auch Astaxanthin, EGCG und Resveratrol (24, 25). Auch Curcumin, Olivenblattextrakt, Spirulina- und Chlorella-Algen können indirekt helfen, sind jedoch weniger spezifisch für trockene Haut als Omega-3-Fettsäuren und fettlösliche Vitamine (26).

· Spurenelemente: Das wird oft vergessen, aber Mineralien wie Zink, Kupfer, Eisen, Selen, Mangan und Silizium sind auch sehr wichtig für die Erhaltung einer gesunden Haut. Sie unterstützen die Abwehr gegen Schadstoffe, hemmen Entzündungen und helfen bei der Gewebereparatur (27). Sie können diese Nährstoffe durch Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, aber Sie können auch öfter zu Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide und grünem Gemüse greifen.

Natürliche Cremes und Salben

· Neben Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln kommt man um die richtige äußerliche Hautpflege nicht herum. Eine gute Creme oder ein guter Balsam reduziert den sogenannten transepidermalen Wasserverlust (TEWL). Dabei handelt es sich um das Wasser, das kontinuierlich über die Haut verdunstet. Je höher der TEWL, desto mehr Feuchtigkeit verliert Ihre Haut und desto trockener oder empfindlicher kann sie werden (28). Eine gute Feuchtigkeitscreme (Moisturizer) kombiniert drei Arten von Inhaltsstoffen: schützende Öle (Okklusiva), die Feuchtigkeit speichern, weichmachende Substanzen (Emollientien), die Ihre Haut geschmeidig machen, und Feuchtigkeitsbinder (Humectants), die Feuchtigkeit binden. Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Jojobaöl, Kokosöl und Macadamiaöl liefern Fettsäuren, die die Hautbarriere aktiv unterstützen (29, 30, 31, 32). Sie pflegen die Haut, anstatt nur eine Schicht darauf aufzutragen. Calendula (Ringelblume) hilft der Haut aktiv bei der Regeneration, indem sie Entzündungen hemmt und die Bildung neuer Hautzellen anregt (33, 34). Bei Rissen, Abschürfungen oder Juckreiz kann Calendula die Heilung beschleunigen. Oft wird gesagt, dass man direkt nach dem Duschen eine Feuchtigkeitscreme auftragen sollte, aber eine Studie zeigt, dass das Eincremen auch eine halbe Stunde später genauso wirksam ist, um die Haut zu schützen (35). Warten Sie lieber nicht länger damit. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihren ganzen Körper nach dem Duschen mit einer Körperlotion oder einem Öl einzureiben, insbesondere in den Wintermonaten. Reiben Sie vor allem trockene Stellen wie Schienbeine, Unterarme, Hände und Füße gut ein.

Vaseline: Freund oder Feind?

Bei Hautproblemen nehmen viele Leute im Winter Vaseline. Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass Vaseline ein Nebenprodukt der Erdölgewinnung ist (36). Ein anderes Wort für Vaseline ist Petrolatum, was sich auf Erdöl (Petroleum) bezieht. Obwohl viele Menschen große Fans dieses Produkts sind, hat es einige Nachteile:

 

· Umweltverschmutzung: Obwohl es die Haut gut abdichtet und den Feuchtigkeitsverlust reduziert, hat dieses petrochemische Produkt auch Nachteile, wie beispielsweise Umweltverschmutzung während der Herstellung. Bei der Reinigung von Rohöl zu Vaseline können zwei Arten von Stoffen zurückbleiben, nämlich MOSH und MOAH (37, 38). MOSH (gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl) sind einfache Ölpartikel, die sich bei längerem Kontakt in Organen wie Leber, Milz und Lymphknoten ansammeln können (39). MOAH (aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl) sind komplexere Partikel, die Substanzen enthalten können, die die DNA schädigen und möglicherweise krebserregend sind (40). Untersuchungen von Verbraucherorganisationen in den Niederlanden, Deutschland und Spanien haben ergeben, dass viele Lippenbalsame bekannter Marken mit diesen Stoffen verunreinigt sind (41).

· Empfindliche und geschädigte Haut: Gerade wenn Ihre Haut empfindlich ist, bei Ekzemen, Rissen oder Schürfwunden, möchten Sie keine petrochemischen Stoffe auf Ihre Haut auftragen. Eine geschädigte Hautbarriere lässt Stoffe leichter durch, wodurch unerwünschte Stoffe in Ihren Körper eindringen können (42).

· Bakterienwachstum: Unter einer stark abdichtenden Schicht wie Vaseline können sich Bakterien in der äußeren Hautschicht vermehren. Die okklusive Barriere hält nicht nur Feuchtigkeit zurück, sondern auch Bakterien und Wärme.

· Keine Pflege für Ihre Haut: Vaseline verschließt die Haut, pflegt sie jedoch nicht. Sie liefert keine Fettsäuren oder andere Stoffe, die die Hautbarriere aktiv wiederherstellen. Pflanzliche Alternativen tun dies jedoch.

· Synthetische Zusatzstoffe: Vaseline-Produkte können zahlreiche Zusatzstoffe enthalten, darunter synthetische Duftstoffe, die gesundheitsschädlich sein können. Auch in der Basisversion von Vaseline sind umstrittene Inhaltsstoffe wie Butylhydroxytoluol (BHT) enthalten. Dieser Stoff wird vielen Kosmetika als Antioxidans zugesetzt, aber Tierversuche zeigen, dass er bei wiederholter Exposition Leberschäden verursacht und bei Anwendung auf der Haut auch das Lungengewebe schädigt (43). Darüber hinaus scheint der Stoff das Tumorwachstum zu fördern. Obwohl die Kosmetikindustrie BHT in geringen Konzentrationen als sicher darstellt, stützt sie sich dabei vor allem auf die Tatsache, dass die Substanz relativ wenig in die Haut eindringt. Aber warum sollte man eine Substanz mit nachweislich schädlichen Auswirkungen auf Leber und Lunge und möglicherweise krebserregenden Eigenschaften auf die Haut auftragen?

 

Manche Menschen greifen zu Eutersalbe, doch diese enthält ebenfalls petrochemische Inhaltsstoffe, darunter Vaseline. Ein besserer Ersatz ist Lanolin, also Schafwollfett. Lanolin bildet zwar eine Schutzschicht, pflegt aber nicht. Deshalb gibt es Alternativen, die noch besser sind.

Natürliche Alternative für Vaseline und zur Hautpflege

Cremes mit natürlichen Ölen wie Macadamiaöl, Sheabutter, Jojobaöl und Calendula-Extrakt pflegen die Haut und helfen bei der Regeneration der natürlichen Hautbarriere.

 

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