Es ist seit langem bekannt, dass Menschen, die in Nachtschichten arbeiten, ein höheres Risiko für Herzerkrankungen haben. Aber es scheint eine Lösung zu geben: Eine höhere Ballaststoffzufuhr kann das zusätzliche Risiko von Nachtarbeitern teilweise verringern.
Die Studie der Universität Uppsala, die auf Daten von mehr als 200.000 Erwachsenen im Vereinigten Königreich basiert, begleitete die Teilnehmer über einen Zeitraum von mehr als zwölf Jahren. Dabei untersuchten die Forscher Arbeitszeiten und Ernährungsgewohnheiten, insbesondere die Ballaststoffaufnahme und den Fleischkonsum.
Nachtarbeit und Herzinfarktrisiko
Die Teilnehmer wurden in Tagarbeiter, Schichtarbeiter ohne oder mit wenigen Nachtschichten und Menschen, die regelmäßig nachts arbeiten, eingeteilt. Insgesamt traten während der Nachbeobachtungszeit mehr als 12.000 Fälle von koronaren Herzerkrankungen auf.
Es ist seit langem bekannt, dass Nachtarbeit nicht gut für die Gesundheit ist. Das Arbeiten in der Zeit, die laut unserer biologischen Uhr für die Erholung vorgesehen ist, wird mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Auch in dieser Studie zeigte sich, dass regelmäßige Nachtarbeit mit einem etwas höheren Risiko für koronare Herzerkrankungen verbunden ist als Tagesarbeit. Bei Schichtarbeit ohne oder mit nur gelegentlichen Nachtschichten war dieses erhöhte Risiko nicht eindeutig erkennbar.
Ballaststoffe machen möglicherweise einen Unterschied
Die Forschenden untersuchten anschließend, ob die Ernährung einen Einfluss auf den Unterschied zwischen Nacht- und Tagesarbeit haben kann. Dabei fiel vor allem die Ballaststoffaufnahme auf.
Bei Teilnehmern mit einer geringen Ballaststoffaufnahme war der Unterschied im Herzerkrankungsrisiko zwischen Nacht- und Tagarbeitern größer. Bei Menschen, die mehr Ballaststoffe zu sich nahmen, war dieser Unterschied geringer. Dies deutet darauf hin, dass eine ballaststoffreiche Ernährung möglicherweise speziell für Menschen, die nachts arbeiten, relevant ist.
Die Studie umfasste mehr als 222.000 Erwachsene aus der UK Biobank. Ihre Ernährungsgewohnheiten wurden anhand von Ernährungsfragebögen ermittelt, woraufhin die Forscher das Auftreten von Herzerkrankungen während der Nachbeobachtungszeit analysierten. Menschen, die bereits an einer koronaren Herzerkrankung litten, wurden ebenso von der Studie ausgeschlossen wie Menschen ohne Arbeit.
Weniger Fleisch macht auch einen Unterschied
Auch der Fleischkonsum wurde in die Studie einbezogen. Menschen, die kein Fleisch aßen, hatten im Durchschnitt ein etwas geringeres Risiko für koronare Herzkrankheiten als Fleischesser.
Dieses Muster war jedoch bei Tag- und Nachtarbeitern ähnlich, was darauf hindeutet, dass der Fleischkonsum das spezifische zusätzliche Risiko, das mit Nachtarbeit verbunden ist, nicht erklärt. Es wird auch betont, dass eine ausgewogene Ernährung mit mäßigem Fleischkonsum für die Versorgung mit Proteinen, Eisen und Vitamin B12 sorgt.
Kein Wundermittel
Den Forschern zufolge sollte die Ernährung als Ergänzung zu den „Life’s Essential 8” betrachtet werden, die aus folgenden Punkten bestehen: sich besser ernähren, aktiver sein, nicht rauchen, ausreichend schlafen und auf sein Gewicht, seinen Cholesterinspiegel, seinen Blutzucker und seinen Blutdruck achten. Eine Kombination dieser Punkte ist für die Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unerlässlich. Mehr Ballaststoffe zu sich zu nehmen, ist kein Wundermittel, sondern eine Ergänzung zu einem gesunden Lebensstil.
Nur eine Beobachtungsstudie
Es handelt sich hierbei um eine Beobachtungsstudie. Das bedeutet, dass zwar ein Zusammenhang besteht, aber nicht festgestellt werden kann, dass Ballaststoffe tatsächlich für das geringere Risiko verantwortlich sind. Außerdem basieren die Ernährungsdaten auf Fragebögen, was zu Messfehlern führen kann.
Dennoch weisen die Ergebnisse auf einen praktischen Ansatz hin: Für Menschen, die nachts arbeiten, scheint nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch die Ernährung für ihre Herzgesundheit wichtig zu sein.
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