Dienstag, 20. September 2016



Tägliche eine Portion getrockneter Pflaumen zu essen, reicht aus, um einer Osteoporose vorzubeugen.


Getrocknete Pflaumen, auch Trockenpflaumen oder Dörrpflaumen genannt, sind ein altbekanntes Mittel gegen Verstopfung. Pflaumen haben eine abführende und harntreibende Wirkung. Dafür sorgen die Pflanzenfasern Zellulose und Pektin. Diese unverdaulichen Fasern quellen im Darm auf und regen so die Verdauung an. Zudem »putzen« solche Ballaststoffe auch den Darm: Auf dem Weg durch den Verdauungstrakt nehmen sie verschiedene Abfallstoffe mit und beugen auf diese Weise auch Krebs vor, weil diese Substanzen weniger lange im Darm bleiben, was als Krebsrisiko gilt. Pflaumen senken auch den Cholesterinspiegel und sollen bei Gicht und Leberkrankheiten positiv wirken. Wer allerdings an Fruktoseintoleranz leidet, sollte auf Pflaumen besser verzichten, da sie über einen besonders hohen Fruchtzuckeranteil verfügen.



Funktionelle Lebensmittel gegen Osteoporose

Neue Forschungen zeigen, dass getrocknete Pflaumen nicht nur die Verdauung anregen, sondern bei älteren Frauen auch die Knochendichte erhalten. Eine tägliche Portion Trockenpflaumen kann demnach auf einfache Art und Weise die nötigen Nährstoffe liefern, um Osteoporose vorzubeugen und den für die Krankheit charakteristischen Knochenabbau zu verhindern. Der altersbedingte Knochenabbau ist bei Frauen häufiger als bei Männern und führt bei 25 bis 30 Prozent der älteren Frauen zu großen orthopädischen Problemen. Kalzium- und Vitamin D-Präparate werden als sicheres Ernährungskonzept empfohlen, um den Verlust von Knochenmasse zu reduzieren. Zusätzlich zu Ernährungs- und Lebensstilfaktoren wie Bewegung gibt es Beweise, dass funktionelle Lebensmittel den Knochenaufbau anregen und das Risiko für chronische Erkrankungen wie Osteoporose senken. Neue Forschungen sind dringend nötig, denn Frauen können in den fünf bis sieben Jahren nach dem Eintritt der Menopause bis zu 20 Prozent ihrer Knochendichte verlieren.



5 bis 6 Trockenpflaumen täglich verhindern Knochenabbau

»Unsere Studienteilnehmerinnen konnten ihre Knochenmineraldichte erhalten, in dem sie fünf bis sechs Trockenpflaumen täglich aßen. Das ist ein sensationelles Ergebnis, denn diese Menge kann leicht als kleiner Snack in die Ernährung oder in Kochrezepte integriert werden«, sagt Dr. Shirin Hooshmand, Studienleiterin und Professorin für Sport- und Ernährungswissenschaften an der San-Diego-State-Universität.



50 und 100 Gramm Trockenpflaumen gleich wirksam

48 Frauen im Alter zwischen 65 und 79 Jahren mit einer geringen Knochendichte wurden sechs Monate lang in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe bekam 50 Gramm Trockenpflaumen täglich, eine Gruppe 100 Gramm Trockenpflaumen täglich und eine Kontrollgruppe bekam keine Pflaumen. Die Knochenmineraldichte insgesamt sowie an der Hüfte und im Lendenwirbelbereich wurde zu Beginn und zum Ende der Studie gemessen. Zusätzlich wurden wichtige Faktoren wie Kalzium, Phosphor und Vitamin D zu Beginn, nach drei Monaten und nach sechs Monaten gemessen. Die Forscher stellten fest, dass beide Trockenpflaumen-Dosierungen den Verlust von Knochenmineraldichte verhindern konnten. Der Marker für den Knochenabbau TRAP-5b sank nach drei Monaten und blieb in beiden Trockenpflaumen-Gruppen niedrig bis zum Ende der Studie. Auch bei den Enzymen für den Knochenstoffwechsel wurden keine großen Änderungen festgestellt.



Nur Pflaumen machen Knochenverlust rückgängig

Unter den funktionellen Lebensmitteln, die knochenschützende Eigenschaften besitzen, konnten nur Trockenpflaumen im Tierversuch Osteoporose vorbeugen und den Knochenverlust rückgängig machen. Bei Frauen nach der Menopause zeigte eine kurze klinische Studie, dass 100 Gramm Trockenpflaumen täglich für drei Monate, den Knochenaufbau anregen. In einer zwölfmonatigen Studie bestätigte sich, dass 100 Gramm Trockenpflaumen den Verlust von Knochenmineraldichte vollständig verhindern.



Das Potenzial von Trockenpflaumen

Altersbedingter Knochenverlust und Knochenabbau bei Frauen nach der Menopause hängt teilweise mit der abnehmenden Produktion bestimmter Wachstumsfaktoren wie IGF-1 zusammen, berichtet die Studie. Trockenpflaumen können den Spiegel des Wachstumsfaktors IGF-1 erhöhen.

Ein anderer Mechanismus, durch den die Trockenpflaumen wahrscheinlich den Knochenverlust verhindern, sind ihre starken antioxidativen Eigenschaften. Eine Studie zeigte, dass das Dörrobst den Spiegel des Enzyms Glutathionperoxidase erhöht, das als starkes Antioxidans gilt. Obwohl der genaue Wirkmechanismus noch unbekannt ist, zeigen die Studienergebnisse das Potenzial von Trockenpflaumen. Es gibt Hinweise, dass Dörrpflaumen durch die Kontrolle der knochenbildenden Zellen den Auf- und Abbau der Knochen beeinflussen. »Es gibt nur wenige Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigen, daher sind klinische Studien nötig, die zeigen, ob andere angemessene Mengen von Dörrpflaumen auch wirksam den Knochenverlust verhindern. Die Ergebnisse deuten an, dass kleine Portionen wie 50 Gramm genauso effektiv sind wie 100 Gramm, um dem Knochenverlust bei Osteoporose-Patientinnen entgegenzuwirken. Das könnte teilweise auf die Fähigkeit der Trockenpflaumen beruhen, den Knochenabbau zu verhindern.«



Was hilft noch gegen den Knochenabbau?

Ein wichtiger Faktor ist Bewegung, denn durch den Muskelzug wird der Knochenstoffwechsel und damit der Knochenaufbau angeregt. Eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D ist ebenfalls wichtig. Milchprodukte und fetter Fisch sind dafür gute Nahrungsquellen. Eine aktuelle Studie im »AmericanJournal of Clinical Nutrition« berichtet, dass wasserlösliche Ballaststoffe aus Maisstärke die Kalziumaufnahme im Knochen verbessern. Zudem unterstützen diese probiotischen Ballaststoffe einen gesunden Blutzuckerspiegel. Die Wissenschaftler stellten fest, dass beim Abbau der löslichen Ballaststoffe durch die Darmbakterien kurzkettige Fettsäuren entstehen, die die Knochengesundheit fördern. Dabei reichen schon 10 bis 20 Gramm als Nahrungsergänzungskapseln für 50 Tage aus, um die Speicherung von Kalzium um bis zu sieben Prozent zu erhöhen. Probiotika unterstützen demnach nicht nur eine gute Verdauung, sondern auch die Aufnahme von Mineralstoffen. Kalzium alleine fördert allerdings nicht den Knochenaufbau, sondern unterdrückt nur den Abbau. Die probiotischen Ballaststoffe regen jedoch zusätzlich die Knochenbildung an.

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